Häusliche Gewalt im Bezirk Melk fast verdoppelt. Mit 104 Betretungsverboten meldet Bezirk Melk einen klaren Negativ-Rekord.

Von Markus Glück. Erstellt am 19. Januar 2021 (09:34)
Symbolbild
Tiko Aramyan/Shutterstock.com

Jahrelang soll ein 41-Jähriger aus dem Bezirk Melk seine Frau zu Hause gequält haben. Seit dem Jahr 2013 sind zumindest fünf Fälle, bei der der Frau teilweise die Haare ausgerissen, sie gewürgt oder ihr ins Gesicht geschlagen wurde, belegt. Einige dieser Vorfälle konnte sie mit Fotos beweisen.

Vergangene Woche eskalierte die Situation abermals. Der 40-jährigen Ehefrau wurden büschelweise Haare ausgerissen, danach setzte der Mann sein Knie dermaßen stark auf den Brustkorb der Frau, dass diese über Atembeschwerden klagte. Er ließ erst von ihr ab, als die gemeinsamen Kinder des Paares am Ort des Geschehens erschienen. Die Polizei sprach gegen ihn ein Betretungs- sowie Annäherungsverbot und ein vorläufiges Waffenverbot aus.

Der Fall der Frau ist laut Polizei aber kein Einzelfall. Alleine im Dezember musste die Exekutive 14 Betretungs- und Annäherungsverbote aussprechen. Wie dramatisch die Situation derzeit ist, zeigt ein Blick auf den Vergleich der Zahlen: So wurden im Jahr 2020 insgesamt 104 Betretungs- und Annäherungsverbote ausgesprochen. Im Jahr 2019 waren es 65, im Jahr 2018 mit 49 weniger als die Hälfte.

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