Goebel verlässt die Ybbsiade vorzeitig. Nach nur zwei Jahren kündigte Alexander Goebel seinen Vertrag als Intendant der Ybbsiade. Nachfolger gesucht.

Von Walter Fahrnberger. Erstellt am 17. Juni 2014 (23:59)
NOEN
Der Ybbser Bürgermeister Anton Sirlinger, Ybbsiade-Intendant Alexander Goebel und Kulturstadtrat Alois Schroll präsentierten am Donnerstag das Programm der 25. Ybbsiade von 4. bis 21. April. Anlässlich des Jubiläums trägt auch der begehrte Kulturpreis, der Ybbser Spaßvogel heuer eine Krone. Foto: Walter Fahrnberger

YBBS / Fast genau zwei Jahre nach seiner Präsentation als Intendant der Ybbsiade zieht sich Alexander Goebel vorzeitig aus dieser Funktion zurück. Unter seiner Führung hatte die Ybbsiade beim 25-jährigen Jubiläum 2013 mit 9.550 Besuchern einen neuen Rekord erzielt. Auch heuer wurde das Kabarett- & Kleinkunstfestival vom Publikum gut angenommen. 9.400 Zuseher kamen zu den 22 Veranstaltungen in 17 Tagen.

Ursprünglich hatte Goebel mit der Gemeinde einen Vertrag bis 2017 (für jährlich 12.000 Euro) unterzeichnet – vorzeitig kündbar von beiden Seiten.

"Finanzielle Mittel sehr bescheiden"

„Auch wenn sich das Festival in den letzten beiden Jahren bemerkenswert entwickelt hat, sind die finanziellen Mittel sehr bescheiden. Gänzlich neue Kulturproduktionen wie zum Beispiel die Musical-Show in diesem Jahr sind nur dann umzusetzen, wenn das Publikumsinteresse groß genug ist, um eine gewisse Planungssicherheit zu gewährleisten“, begründet Goebel seine Entscheidung. Er selbst sieht sich vielmehr als Gestalter statt als Verwalter.

In Anbetracht dieser finanziellen Gegebenheiten, die Goebel immer wieder bei seinen Eröffnungsreden angesprochen hat, und dem für ihn teils „irritierenden Abstimmungsverhalten der Oppositionsparteien im Ybbser Gemeinderat“ verabschiedet er sich als Intendant.

Dem Künstler hatte zuletzt sehr missfallen, dass sich die gesamte ÖVP bis auf Stadtrat Harald Ebert beim Beschluss zur Weiterverpflichtung von Eva Zemanek als Assistentin für die Ybbsiade der Stimme enthalten hatte.

Die ÖVP wollte davor eine provisorische Abrechnung der Ybbsiade, um die Finanzen „im Blickpunkt zu haben“, wie es ÖVP-Parteiobmann Alfred Elias formuliert. Für SP-Bürgermeister Alois Schroll wiederum war eine Abrechnung ohne Kenntnis der genauen Fördersummen „unseriös“. Für Schroll ist diese Debatte jetzt ohnehin zweitrangig. Primär muss er sich um einen Nachfolger als Intendant kümmern. Erste Verhandlungen dürften schon im Laufen sein. Namen wollte der Bürgermeister aber noch keine nennen.

„Künstler sind nicht aufzuhalten“ 

„Künstler sind nicht aufzuhalten. Vermutlich hat Alexander auch größere internationale Projekte im Visier“, meint Schroll zum Abgang von Goebel. Beide betonten unisono, dass sie weiterhin eine tiefe Freundschaft verbindet. „Ohne Alexander wäre der Anstieg der Besucherzahl in dieser kurzen Zeit nicht möglich gewesen. Wir müssen Alex danken, weil sein künstlerischer Elan neue Impulse in die richtige Richtung bewirkt hat“, betont Schroll.

Dass Goebel auch weiterhin bei der Ybbsiade auftritt – wie jeweils bei den Premieren in den letzten Jahren – ist nicht ausgeschlossen.