Ein mühsamer Weg bis zum Brückenbau in Melk. Gemeinderat gibt Startschuss für Brückenprojekt. Bereits am 4. November starten die notwendigen Umbauarbeiten.

Von Markus Glück. Erstellt am 23. Oktober 2019 (05:22)
Montage: Stadtgemeinde Melk
Am 16. April 2021 soll der Brückenneubau samt Umbau der Rollfährenstraße abgeschlossen sein. Gebaut wird immer zwischen November und April, um den Tourismus nicht zu stören.

Zehn Jahre, viele graue Haare, etliche Einsprüche und mehrere Millionen Euro benötigte es, bis der Gemeinderat in einer Sondersitzung sein grünes Licht für den Brücken-Neubau über den Donaualtarm geben konnte. „Wir haben eine Lösung gefunden, mit der alle leben können“, freut sich VP-Vizebürgermeister Wolfgang Kaufmann, der federführend für das Projekt verantwortlich ist.

Gerade bei der Finanzierung musste die Gemeinde Fantasie beweisen: Erst die Idee der Einführung von Parkgebühren für Busse ermöglichte die Genehmigung für die Kreditzusage von drei Millionen Euro durch das Land NÖ. Die Finanzierung – halbjährlich 60.000 Euro – ist zur Gänze durch die Einnahmen gedeckt. „Ich gratuliere zu der Idee. Es ist das geilste Projekt der letzten Jahre und ist auch in finanzieller Hinsicht ein Vorzeigeprojekt“, lobt VP-Gemeinderat Gerhard Taufner.

"Es ist uns ein Herzensanliegen, dass der Bereich nicht total verbaut wird"

Zuletzt waren es vor allem Grünen und Radlobby, die Kritik am Projekt äußerten. Die Absage an einen Umkehrplatz bei der Fußgängerbrücke auf Höhe der Wachauarena sowie die Verlegung der Busparkplätze beim Parkplatz der Wachauarena machen jetzt aber auch die Grünen glücklich. „Es ist uns ein Herzensanliegen, dass der Bereich nicht total verbaut wird“, betont Grünen-Gemeinderätin Christa Azodi. Da durch die Arbeiten Grünstreifen, gewidmet als Forstgebiet, wegfallen, stellte das Stift Melk rund 4.000m Fläche westlich der Wachauarena zur Verfügung. Die Aufforstung erfolgt auf einer Fläche von 1.860m .

Nach einer Bestbieter-Ermittlung erhielt die Bietergemeinschaft Habau-Held&Francke den Zuschlag für Brücken- und Straßenbauarbeiten im Umfang von rund 2,3 Millionen Euro. Der Baustart für die zwölf Meter breite Brücke samt Gehsteig erfolgt bereits am 4. November. Die Umleitung erfolgt über das Donaukraftwerk. Ab 3. April 2020 muss die Brücke wieder befahrbar sein.