Lust auf den Traum in Weiß ist zurück

Erstellt am 22. Juni 2022 | 04:11
Lesezeit: 4 Min
Die Pandemie erschwerte in den vergangenen zwei Jahren die Hochzeitsplanungen. Jetzt füllen sich Brautmodegeschäfte, Kirchen und Hochzeitslocations im Bezirk wieder.
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Diana Saroni muss schmunzeln, als sie ihren Terminkalender durchblättert. Wie ein Daumenkino rattern die Seiten in ihrer Hand, es sind nur wenige weiße Flecken in dem Meer aus Terminvereinbarungen, niedergeschrieben mit blauem Kuli. „Die Lust auf’s Heiraten ist dieses Jahr definitiv da“, lacht sie.

Seit 2018 betreibt Saroni ihren Brautsalon „First love“ in Bergland, über 400 Brautkleider stehen hier zur Auswahl. Zwischen den glitzernden Designer- und Markenkleidern finden sich auch ihre – meist mit Spitze besetzten – Eigenkreationen an den Kleiderstangen. „Ich habe schon als Kind gerne genäht“, erzählt sie, während sie den Stoff eines Rockes glatt streicht. Auf eine Kreation für ihre Schwester vor einigen Jahren folgten weitere Anfragen. Saroni begann, Anlasskleider zu designen und zu nähen. Vor fünf Jahren bekam dann eine ihrer Töchter einen Heiratsantrag – und das war auch ein entscheidender Moment für Saroni selbst.

Trotz Pandemie alle Hände voll zu tun

„Wir waren wirklich lange auf Brautkleidsuche, ehe sie fündig wurde. Immer wieder sagte meine Tochter damals, ich solle doch einen Salon für Brautmode eröffnen“, erinnert sie sich zurück. Sie zögerte – wagte aber dann doch den Schritt. „Ich hätte ehrlich nicht gedacht, dass es funktioniert und der Salon so gut ankommt“, sagt sie. Allein der volle Terminkalender – oder der Zubau, der 2020 eröffnet wurde – zeigen, dass sie sich irrte.

Die Pandemie erschwerte in den vergangenen zwei Jahren die Hochzeitsplanungen. Saroni hatte trotzdem alle Hände voll zu tun, wie sie erzählt: Verkaufen durfte sie zwar nichts, aber abstecken, ändern und umnähen. Die berüchtigten „Corona-Kilos“ und auch „Corona-Babys“ sorgten für viele Stunden an der Nähmaschine. „Es gibt aber nichts, was wir bisher nicht geschafft hätten“, lacht sie. Über 300 Kleider – von verschiedenen Designern, zum Nähen komme Saroni zeitlich derzeit nicht mehr – warten aktuell auf die individuelle Anpassung in der Nähstube. Was die Braut 2022 trägt? „Der absolute Liebling bleibt die A-Linie. Der Boho-Style, aber auch luxuriöse Varianten sind beliebt. Trends dieses Jahr sind Handschuhe, Kopfschmuck und Puffärmel. Für Hochzeiten und andere festliche Anlässe sind seidige Kreationen in den Trendfarben ‚Dusty Rose‘ und Salbeigrün angesagt“, gibt die Expertin Einblick. Und noch einen Tipp hat sie auf Lager: Genug Zeit für die Brautkleidsuche einplanen. „Früher hätte ich zu sechs bis acht Monaten geraten, in der Pandemie mit Lieferengpässen sogar noch früher“, meint Saroni. Ihre „schnellste Braut“ stellte übrigens den Rekord von 20 Minuten auf: „Sie probierte ein einziges Kleid – und das war einfach ihres!“

Schachner erhielt bereits Hochzeitsanfragen für 2024

Für eine Hochzeit braucht man gewiss nicht nur das Traum-Outfit, sondern auch eine Location: Im Bezirk Melk gibt’s dahingehend viel Auswahl.

Das Hotel Schachner in Maria Taferl ist eine der beliebtesten Hochzeitslocations der Region. So ist es nicht verwunderlich, dass der Betrieb für dieses Jahr schon „gut gebucht ist“, wie Marie Schachner berichtet: „Wir haben sogar schon Anfragen für 2024 bekommen.“

Im Pfarrverband Melk-St. Koloman und im Stift Melk finden heuer mehr kirchliche Trauungen als in den vergangenen Jahren statt – im Stift Melk waren es bis jetzt neun. „Einige davon sind aufgrund von Corona verschobene Termine, allgemein stellen wir jedoch eine verstärkte Anfrage für kirchliche Trauungen fest, das Sakrament der Ehe wird von vielen Paaren wieder gewünscht“, informiert Karin Funiak vom Pfarrverband Melk-St. Koloman.

Zu einer Premiere kam es hingegen zuletzt im Marbacher Hafen: Katharina Köck und Richard Köhler betreiben seit 2018 das schwimmende Restaurant „Zur alten Fähre“ – und vergangenen Samstag fand dort erstmals eine standesamtliche Hochzeit statt. Das Ja-Wort mit Donau-Blick kam gut an, wie Köck berichtet: „Es waren etwa 80 Personen mit dabei – und alle haben geschwärmt. Das Wetter hat auch gut gepasst, da kam gleich Urlaubsfeeling auf.“

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