Weltrekordversuch in Melk: Ab in die Eisbox!. Der Wiener Josef Köberl will in Melk über zweieinhalb Stunden in Eis ausharren.

Von Denise Schweiger. Erstellt am 18. August 2020 (08:45)
Auf den Weltrekordversuch mit Eiswürfeln angestoßen: Josef Köberl, Patrick Strobl, Oliver Neubauer und Jürgen Spitzbauer (v. l.) in Melk.
Denise Schweiger

Jeden Tag in einem Planschbecken sitzen – das ist bei den heißen Sommertemperaturen wohl nichts Ungewöhnliches. Bei Josef Köberl (43) allerdings schon. Denn er füllt sein Planschbecken mit rund 40 Kilogramm Eiswürfeln voll. Der Wiener befindet sich in der Vorbereitung für seinen Weltrekordversuch im Ganzkörper-Eiskontakt. „Am 5. September beginnt für mich der Winter“, lacht Köberl. An diesem Tag wird er in einen mit zwei Tonnen Eis befüllten Glasbehälter am Melker Hauptplatz steigen – und versuchen, seinen eigenen Rekord zu brechen. Im Vorjahr behielt er am Wiener Hauptbahnhof einen „kühlen Kopf“: Köberl blieb zwei Stunden und acht Minuten in der „Eisbox“. Damit ist er der amtierende Guinness-Weltrekordhalter.

„Dieses Jahr will ich ein neues Limit mit zwei Stunden und 30 Minuten schaffen“, steckt der Wiener sein erklärtes Ziel. Warum er ausgerechnet in Melk einen neuen Rekord aufstellen möchte? „Ich bin regelmäßig beim Eisschwimmen in der Donau dabei und habe hier Freundschaften geschlossen“, zeigt er sich verbunden.

Noch länger im Eis ausharren zu können, bedeutet hartes Training. Das bereits erwähnte tägliche Eiswürfel-Bad ist dabei nur ein Teil der Vorbereitung. Auch mentales Training, um Schmerz und Emotionen zu kontrollieren, steht an der Tagesordnung. „Die erste Viertelstunde im Eis ist schmerzhaft, dann geht es meistens. Der Schmerz kommt aber dann immer wieder in Wellen“, beschreibt Köberl. Damit ihm in der Eisbox nichts passiert, schluckt er vorher eine Kapsel, die kontinuierlich Daten zu seiner Körpertemperatur liefert.

Ein Zeichen gegen den Klimawandel

„Ich lege jetzt jeden Tag Coolpacks auf. Kurz vor dem Weltrekordversuch gehe ich auch noch Gletscherbaden“, gibt Köberl Einblick in sein eisiges Trainingsprogramm. Apropos Gletscher: Köberl will mit seinem Extremsport aber nicht nur an seine körperlichen Grenzen gehen, sondern auch ein Zeichen gegen den Klimawandel setzen. „Die Gletscher schmelzen Jahr für Jahr. Wir müssen aktiv werden!“, ist Köberl überzeugt.