Solidarität vor der Flut in Hürm

Hürm will für Starkregenereignisse gerüstet sein. Dafür finden derzeit die Sommergespräche statt, um die Bevölkerung schon in die Planung mit einzubeziehen.

Michael Bouda
Michael Bouda Erstellt am 22. September 2021 | 05:01
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Die Gemeinderäte um Bürgermeister Johannes Zuser (4. von rechts) erhielten im Vorfeld der Sommergespräche von der Firma Henninger und Partner Informationen über den Regenwasserplan.  
Foto: Michael Bouda

Einen Schaden von 2,5 Millionen Euro verursachten Hochwasser im Hürmer Gemeindegebiet alleine 2020. Nun werden die Maßnahmen gegen künftige Starkregenereignisse konkreter: Am Dienstag (nach Redaktionsschluss) fand das erste von vier Sommergesprächen zum Thema Regenwasserplan statt.

Worum geht es dabei? Der Regenwasserplan ist ein Planungsinstrument des Landes Niederösterreich, mit dem Lösungen vor Ort gefunden werden sollen. Wesentlich ist dabei die Einbeziehung der Bevölkerung, die die Gegebenheiten vor Ort kennt. Auf diese Weise können dann die besten Maßnahmen für die einzelnen Orte ergriffen werden. „Es geht darum, den Regentropfen so früh wie möglich einzufangen, sobald er am Boden aufkommt und durch viele kleine Maßnahmen künftige Katastrophen zu vermeiden“, erklärt ÖVP-Bürgermeister Johannes Zuser.

Ein Beispiel: Drei nebeneinanderliegende Ortschaften sind bei Hochwasser regelmäßig betroffen. Mit einem großen Rückhaltebecken wäre nur der immer am meisten betroffene Ort geschützt, mit mehreren kleinen Rückhaltebecken könnten alle drei Orte geschützt und insgesamt mehr Wasser aufgefangen werden. Die Herausforderung: Viele kleine Maßnahmen erfordern das Mitwirken und Einverständnis von mehr Beteiligten, als wenn eine große Maßnahme umgesetzt wird.

Zuser und die zuständigen Gemeinderäte hoffen auf rege Beteiligung der Bevölkerung. „Die Solidarität in der Katastrophe ist groß, wir brauchen die Solidarität aber schon in der Planung“, sagt der Bürgermeister.