Schottertransport im Bezirk Melk: Kommt eine Seilbahn über die Donau?

Erstellt am 02. März 2022 | 06:24
Lesezeit: 3 Min
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Von Metzling nach Wallenbach soll ein Schotter-Förderband über die Donau installiert werden. Unterstützung dazu gibt es nicht nur von einigen ÖVP-Bürgermeisterin nördlich der Donau, sondern auch von der SPÖ.
Foto: Glück
Hartsteinwerk Loja erhält politische Unterstützung. Projekt noch in Schwebe.
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Seit knapp fünf Jahren steht die Idee des Schottertransports vom Hartsteinwerk Loja in Persenbeug-Gottsdorf mittels Förderband über die Donau nach Krummnußbaum – und der anschließenden Verladung auf die Schiene – auf der Tagesordnung. Vergangenen Sommer wanderte die Thematik wieder auf die Tagesordnung der Krummnußbaumer Gemeinderatssitzung. Ein Rechtsbeistand präsentierte die Möglichkeiten der Gemeinde gegen das Projekt. Bei Loja betonte man damals, dass man weiterhin in der Konzeptphase sein, die Planungen noch nicht abgeschlossen sind.

Mit dem SPÖ-Schwenk gegen die Donauuferbahn und der Unterstützung des Förderbandes über die Donau erhält die Thematik wieder mehr Rückenwind.

Bei Loja betont man auf NÖN-Anfrage, dass grundsätzlich die Bahn vorzuziehen wäre, das Förderband wird als Alternative evaluiert. Bevor das Projekt überhaupt starten kann, benötigt es aber auf der südlichen Donauseite im Bereich Wallenbach einen Bahnhof, damit der Schotter vom Förderband direkt in die Waggons verladen werden kann. Dafür soll auch eine Halle gebaut werden. Bei Loja sieht man derzeit die Politik am Zug, betont aber, dass die von Ex-Staatssekretärin Christa Kranzl angesprochenen Mengen von 300.000 Tonnen frühestens in zehn bis 15 Jahren erreicht werden. Zum konkreten Projekt will Loja keine Details verraten, die NÖN erhielt aber dennoch von anderer Seite erste Einblicke. So soll das Förderband mehrere Kilometer Länge haben. Binnen zwei Stunden soll damit ein Güterzug mit 35 Waggons beladen werden.

Warum die SPÖ sich jetzt auf die Seite des Unternehmens stellt und die eher weniger sympathiegewinnende Variante eines donauquerenden Förderbandes unterstützt? „Ein Förderband mit klar geregelten, geringen Betriebszeiten wäre eine tragbare Lösung für Anwohner und die Umwelt“, meint SPÖ-Bezirkschef und EU-Abgeordneter Günther Sidl. Er verweist auch auf den Zuwachs von weiteren 24.000 Lkw-Fahrten in den kommenden 15 Jahren und die dringende Entlastung der Bevölkerung durch den steigenden Lkw-Verkehr. Unterstützt wird die Idee auch von Nationalratsabgeordneten Alois Schroll sowie den Bürgermeistern Ulrike Schachner (Ybbs), Johannes Weiß (Klein-Pöchlarn) und Gerlinde Schwarz (Leiben, alle SPÖ).

Aus den Reihen der SPÖ hagelt es aber auch bereits die erste Kritik – und die kommt aus den Reihen der Marbacher SPÖ. Ex-Ortschef Toni Gruber stellt etwa die Frage, wer ein Förderband über ein von der UNESCO als Kulturerbe eingestuftes Kulturgut, nämlich den Donau-Limes, bezahlen soll?

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