Peter Blessky: Ein Kabarettist als Ybbser Stadtrat. Peter Blessky ist seit wenigen Wochen der neue Kulturstadtrat in Ybbs. Mit der NÖN sprach er über die Situation der Ybbsiade und die möglichen Events in der Stadt 2021.

Von Markus Glück. Erstellt am 12. Mai 2021 (04:07)
Peter Blessky
Archiv/Fahrnberger

Erst wenige Wochen ist Peter Blessky der neue Ybbser Kulturstadtrat. Er folgt in dieser Position auf Bürgermeisterin Ulrike Schachner. Mit der NÖN sprach Blessky über die Öffnung der Kultur und den Zusammenhang von Kabarett und der Ybbser Politik.

NÖN: Sie sind Kulturstadtrat in einer für die Kultur sehr schwierigen Zeit geworden. Was braucht die Kultur in der Stadt, um bald an die Vor-Coronazeit anzuschließen?

Peter Blessky: Aus meiner Sicht braucht es zunächst die Disziplin der Bevölkerung, damit Kultur wieder leben kann.

Wie sieht Ihr persönlicher Zugang zur Kultur aus? Was verbindet Sie mit der Kultur und was macht Kultur für Sie aus?

Blessky: Ich bezeichne mich selbst als „Gelegenheitsblödler“. Ich liebe die Unterhaltung und ich gebrauche meinen Wortschatz gerne im Alltag und im Beruf. Kultur ist für mich sehr facettenreich, und kann überall gelebt werden. Jeder Tag, an dem man nicht gelacht hat, ist ein verlorener. Kultur beginnt schon im Dialog!

„Ich denke nicht, dass die Ybbsiade ’umzubringen’ ist. Dazu hat sie einen zu großen Stellenwert.“ Peter Blessky (SPÖ)

Sie standen selbst vor Jahren als Kabarettist auf der Bühne. Wie sieht es aktuell mit Ihrer Kabarettisten-Laufbahn aus? Was macht den Reiz des Kabaretts aus?

Blessky: Ja, ich stehe gerne auf der Bühne, und ich genieße den Applaus. Es wird von mir sicherlich ein neues Programm geben. Der Reiz des Kabaretts ist für mich, den Menschen Botschaften zu übermitteln und sie zum Nachdenken und gleichzeitig auch zum Lachen zu bringen.

Aus Ihrer Sicht als Kabarettist: Welche Ereignisse im vergangenen Jahr in der Ybbser Stadtpolitik würden Sie für ein neues Programm anregen? Steilvorlagen dafür gab es ja genug.

Blessky: Gar nicht so sehr die Ereignisse, viel mehr bestimmte Sager oder Hoppalas in unterschiedlichen Sitzungen. Da haben wir oft minutenlang gelacht. Darüber könnte man schon ein eigenes Programm schreiben.

Durch die aktuelle Covid-Pandemie kam das kulturelle Leben in Ybbs zum Erliegen. Mit Mitte Mai sind wieder Öffnungsschritte geplant, wie sieht der Kulturfahrplan in Ybbs für das laufende Jahr aus? Welche weiteren Veranstaltungen oder Absagen wird es noch geben?

Blessky: Wir müssen kleine Schritte machen. Weil eben auch nur kleine Schritte möglich sein werden. Wir haben ein Sommer-Kino geplant, ebenso wie der Adventmarkt. Das neue Fahrrad-museum wird ebenso geöffnet. Leider ausfallen wird das Altstadt-Fest.

Welche größeren Feste fallen in diesem Jahr abermals aus? Wie sehen die Planungen für die diesjährige Ballsaison aus?

Blessky: Eine Antwort auf diese Frage wäre angesichts der aktuellen Situation zu früh, daher kann ich jetzt leider noch nichts dazu sagen.

Wann rechnen Sie mit einer Rückkehr zur Normalität im Kulturleben?

Blessky: Ich persönlich rechne nicht vor dem Frühjahr 2022 wirklich damit.

Die Ybbsiade wurde von 2020 auf 2021 verschoben, die 2021er-Ybbsiade dafür abgesagt. Jetzt wurden die Termine von Mai auf Juni verschoben. Wird es in diesem Jahr eine Ybbsiade geben und wann wird diese tatsächlich stattfinden können?

Blessky: Aufgrund der für uns alle außergewöhnlichen Situation haben wir aus heutiger Sicht eine dementsprechend abgespeckte Form der Darbietungen geplant. Im Juni wird es vier Vorstellungen geben. Weitere könnten im Oktober sowie November stattfinden. Eine Garantie für diesen Zeitraum gibt es aber aus heutiger Sicht noch nicht.

Bei der Ybbsiade bittet die Stadt als Veranstalter alle, die gekauften Tickets zu behalten, da die Kulturbranche am Boden liegt und niemand mehr an eine Auferstehung glaube. Das Behalten der Tickets sei ein Zeichen, dass die Ticketkäufer die Ybbsiade noch nicht aufgegeben haben, heißt es auf der Ybbsiade-Homepage. Wie steht es derzeit tatsächlich um die Ybbsiade? Würde es die Ybbsiade nicht überleben, wenn ein Großteil der Karten retour wandern würde? Wie groß ist der Verlust für die Ybbsiade?

Blessky: Grundsätzlich denke ich nicht, dass die Ybbsiade „umzubringen“ ist. Dazu hat sie einen zu großen Stellenwert. Wir versuchen vonseiten der Stadtgemeinde alles, um dem Publikum die so sehr gewünschte Unterhaltung bieten zu können. Zahlen kann ich zum jetzigen Zeitpunkt noch keine nennen.

Mit der Stadthalle haben Veranstalter und die Stadt ein neues Schmuckstück bekommen. Was braucht es für die Belebung?

Blessky: Jede Veranstaltungshalle benötigt ein entsprechendes Marketingkonzept und die Akzeptanz der Bevölkerung. Persönlich bin ich davon überzeugt, dass die neue Stadthalle ein Publikumsmagnet sein wird. Gemeinsam mit einem Profi wie Hannah Neunteufl muss es uns gelingen, den tollen Standort gepaart mit Kulinarik und Kunst entsprechend ins Rampenlicht zu bringen. Auch das ist eine Form von „Kunst“.