Neues Leben für den alten Bahnhof in St. Leonhard?. Herwig Lederer will mit einem Eisenbahnmuseum den alten St. Leonharder Bahnhof wieder zum Leben erwecken.

Von Michael Bouda. Erstellt am 23. September 2020 (05:29)
1998 wurde der St. Leonharder Bahnhof unter Denkmalschutz gestellt, 2002 erfolgte die Einstellung der Strecke zwischen Mank und Ruprechtshofen.
privat, Bouda

„Das darf man nicht vergessen – dass es hier die Bahn gegeben hat.“ Herwig Lederer (75) war zwar selbst nie „Eisenbahner“, Züge und Bahnhöfe haben ihn aber seit jeher fasziniert, wuchs er als Kind doch gleich neben dem St. Leonharder Bahnhofsgebäude auf.

1998 wurde der St. Leonharder Bahnhof unter Denkmalschutz gestellt, 2002 erfolgte die Einstellung der Strecke zwischen Mank und Ruprechtshofen. Herwig Lederer (Bild) will das Gebäude erhalten.
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Und um dieses will Lederer nun kämpfen. Die Gemeinde plant, das denkmalgeschützte Bauwerk zu verkaufen. „Es gibt mehrere Interessenten mit unterschiedlicher Nutzung“, informiert St. Leonhards VP-Bürgermeister Hans-Jürgen Resel. „Die Angebote werden derzeit geprüft und dann wird eine Entscheidung getroffen“, führt Resel weiter aus.

Dabei hätte Lederer andere Pläne: ein Eisenbahnmuseum. Seit über 50 Jahren hält er die Eisenbahngeschichte der Region, insbesondere der Strecke von St. Leonhard nach Wieselburg, fest – von einer Weiche aus dem Jahr 1904 über Modelle früherer Waggons mit dem St. Leonharder oder Ruprechtshofner Wappen bis zu Aufzeichnungen, wie viele Zuckerrüben in der Marktgemeinde verladen wurden.

Lederer stellte seine unzähligen Exponate bereits in Ruprechtshofen, wo er seit acht Jahren wohnt, aus.

„Vision Leonhard“ unterstützt Pläne

Da dies nicht mehr möglich war – das private Gebäude wurde dann anders genutzt – will er nun nach St. Leonhard übersiedeln. Auch, damit das Gebäude in Gemeindebesitz bleibt. Unterstützung erhält Lederer dabei von der „Vision Leonhard“ (VL).

„Das oberste Ziel ist für uns, dass der Bahnhof jetzt nicht verkauft wird. Wenn einmal zum Beispiel ein Gewerbe drinnen ist, haben wir keine Handhabe mehr. Und ein Eisenbahnmuseum würde natürlich passen“, sagt VL-Mandatar Franz Hörmann, der sich im und rund um das Gebäude auch Veranstaltungen, Kultur und Gastronomie vorstellen könnte.

Resel entgegnet, dass auch in Ruprechtshofen das Gebäude nicht für das Museum genutzt wird. „Warum sollte es in St. Leonhard anders sein“, fragt der Ortschef und ergänzt: „Aber wenn jemand das Gebäude für ein Museum nutzen will, steht es ihm natürlich frei, der Gemeinde ein Angebot zu machen.“

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