Münichreith: Gesichtsschutz aus dem 3D-Drucker. Der Coronavirus bringt alle Gesundheitseinrichtungen an ihre Grenzen. Markus Haselböck aus Münichreith (Südliches Waldviertel) wollte in der Krise etwas Nützliches beisteuern. Da sein 3D-Drucker nur mehr in der Ecke stand, entschied er sich sogenannte "face shields", also einen Gesichtsschutz, zu drucken. Diese werden kostenlos von ihm und seinen Helfern hergestellt. Die Idee boomt und die Drucker laufen heiß.

Von Tanja Horaczek-Gasnarek. Erstellt am 07. April 2020 (21:43)

Was haben Elon Musk, der Tesla-Hersteller und Markus Haselböck, Geschäftsführer eines Webhosterunternehmens gemeinsam? Beide engagieren sich im Kampf gegen das Coronavirus für ihre Mitmenschen. "Ich habe dieses Projekt gestartet, weil ich - als großer Elektroauto-Fan - gelesen habe, dass Elon Musk in Amerika seine stillgelegten Fabriken dazu nutzt, um Beatmungsgeräte für New York kostenlos herzustellen. Und da mein 3D-Drucker derzeit auch ruht und ich von diesem Gesichtsschutz gelesen habe, die man drucken kann - dachte ich mir, ich könnte in diese schwierigen Zeit auch etwas beisteuern", erklärt der Münichreithner. 

Kurz darauf hat er sich dazu entschlossen, eine Bedarfserhebung via Facebook zu machen. "Ich hab mal so in die Runde gefragt, ob jemand so etwas haben möchte. Und es dauerte nicht lange, bis die ersten Bestellungen eintrudelten", freut sich Haselböck.  Schnell stieg die Anzahl der Bestellungen an, die er mit seinen zwei 3D-Druckern nicht mehr in vernünftiger Zeit schaffen konnte. Und hier spielte das Schicksal Vermittler: Ohne Werbung zu machen hat sich Peter Wastl aus Perg (OÖ) bei ihm gemeldet und hat ihm angeboten, beim Projekt mit seinen 3D-Drucker mitzuhelfen. "Wenige Stunden später war Thomas Feck-Melzer aus Ottnang (OÖ) mit dabei und einen Tag später Stefan Leitgeb aus Feldbach (Stmk.) und Patrik Iber aus Artstetten", berichtet er. Es folgten Michael Gindl aus Artstetten und Franz Genser aus Krems.  Der Kreis an Helfern zog sich bis in den Raum Krems-Tulln weiter. "Die meiste Arbeit ist definitiv das Trennen und Aufbereiten der Pakete, das übernimmt in meinem Fall meine Frau Irene und meine Söhne Laurenz und Moritz. Auch bei anderen Teammitgliedern ist oft die ganze Familie mit dem Fertigmachen der Gesichtsschutzschirme beschäftigt", fügt Haselböck hinzu.

Es wurden schon 400 Stück von derzeit rund 700 Bestellungen ausgeliefert: unter anderem an das AKH, das Lorenz-Böhler-Krankenhaus, das Rote Kreuz, die Caritas und den Samariterbund. Rund 100 Stück können per Tag hergestellt werden.

Der Gesichtsschutz wird  an sich kostenlos abgegeben, jedoch möchte das Team aber zumindest eine Spende von zwei Euro pro Stück. "Ich wollte von Anfang an aber selbst dieses Geld wieder weiter spenden, sobald die Coronakrise zu Ende geht, weil es sicher Menschen gibt, die das gesammelte Geld noch mehr brauchen als wir", bekräftigt er das Vorhaben. 

Zur großen Freude aller fleißigen Drucker haben sich bereits einige Sponsoren gefunden, die für Unterstützung sorgen und Material zur Verfügung stellen:  Pössenberger www.buchundbuero.at und Blumen Wolle aus Marbach – www.facebook.com/pg/blumen.marbach. Seit kurzem gibt es einen Hauptsponsor: Die Firma 3DEE aus Wien hat 10 kg PLA Filament (Druckmaterial) gespendet. 

Das engagierte Team nimmt gerne weitere Bestellungen entgegen und freut sich über eine Spende dafür, auch für NGOs, Menschen in Not oder Risikopatienten besteht die Möglichkeit, Masken zu bestellen. Wer Bedarf haben sollte, sendet Name, Adresse, gewünschte Stückzahl und den Zweck (Beruf oder Organisation) an Markus Haselböck per Mail.

Wer selbst einen 3-D-Drucker hat und ausdrucken kann: Auch dafür gibt es bei Markus Haselböck eine detaillierte Anleitung und weitere Information. 

Alle Infos: e3.at 

Laufende Updates und weiter Info: www.facebook.com/boeselhack