„Schwein haben“ als nachhaltiges Projekt in Hürm. Ein größerer Gewinn für den Landwirt, eine Ersparnis für den Kunden und mehr Tierwohl: Das vereint ein neues Projekt in Hürm mit Fokus auf Regionalität und Nachhaltigkeit.

Von Michael Bouda. Erstellt am 23. September 2020 (04:09)
Landwirt Gerald Kopatz und Thomas Obruca (von links) verwirklichen in Hürm das Projekt „Schon einmal Schwein gehabt?“.Mehr Informationen auf tomoideas.com/aktuelles-news/.
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Schweinefleisch aus der Region auf Bestellung: Vergangene Woche erfolgte der Start für das Projekt mit dem Titel „Schon einmal Schwein gehabt?“ in Hürm.

Kunden können dabei im Internet oder telefonisch ein halbes oder ganzes Schwein für einen Kilopreis von 3,50 Euro bestellen. Anschließend wird ein Ferkel eingestellt und mit weitgehend regionalem Futter und ohne Gentechnik, Hormone oder Antibiotika aufgezogen. Nach vier bis viereinhalb Monaten wird das dann rund 100 bis 110 Kilogramm schwere Tier geschlachtet und dem Kunden übergeben – mit einem Aufpreis auch zerlegt und portioniert.

„Es geht darum, die Menschen zu einem nachhaltigeren Konsum und vorausschauenderem Einkaufen anzuregen.“Thomas Obruca

Welche Motivation steckt hinter dem Konzept? „Die Fleischproduktion ist ein Kreislauf, der auf Dauer nur funktioniert, wenn alle Teile fair behandelt werden“, sagt Thomas Obruca aus Hürm. Dem Beamten, der auch ein Kleinunternehmen betreibt, kam vor zwei Jahren die Idee.

Durch den Direktkauf erhält der Landwirt einen höheren Preis je Kilo Fleisch und gleichzeitig kann der Kunde zu einem billigeren Preis einkaufen. Außerdem werden die Tiere durch eine angemessene Fütterung langsamer aufgezogen und es entfallen durch die Regionalität weite Transportstrecken – das Tierwohl steht ebenso im Fokus. „Es geht darum, die Menschen zu einem nachhaltigeren Konsum und vorausschauenderem Einkaufen anzuregen“, betont Obruca.

Durch das Konzept mit der Bestellung, wobei eine Anzahlung zu leisten ist, kann der Landwirt planen und die ersten Kosten abdecken. Für die Konsumenten hebt Obruca die Fleischmenge hervor. Zum einen ergebe sich dadurch der vergleichsweise billige Preis, zum anderen könne das Fleisch tiefgefroren über Monate aufbewahrt werden.

Interesse bei Bauernsoll geweckt werden

Mit dem Hürmer Junglandwirt Gerald Kopatz hat Obruca den ersten Partner gefunden. Das Ziel ist es, das Projekt über die Gemeinde- und Bezirksgrenze hinaus auszudehnen, damit Menschen an anderen Orten regionales Fleisch erwerben können.

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