2. Landtagspräsident Gerhard Karner aus Texingtal wird Innenminister

Überraschung im Bezirk Melk: Der 54-jährige Gerhard Karner wird neuer Innenminister. Bisher war er Bürgermeister im Texingtal und Zweiter Landtagspräsident im NÖ Landtag.

Erstellt am 03. Dezember 2021 | 11:28
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Immer wieder gab es Gerüchte über den nächsten Karrieresprung. Mit dem Rücktritt von Bundeskanzler Alexander Schallenberg und der Nominierung des jetzigen Innenministers Karl Nehammer zum neuen Bundeskanzler schlägt die große Stunde des Texingtalers Gerhard Karner. Er wird neuer Innenminister in der schwarz-grünen Koalition.

„Gerhard Karner ist ein Politprofi, der selbst schon im Innenministerium tätig war. Ich bin froh, ihn in meinem Team zu haben“, sagt der designierte Bundeskanzler Karl Nehammer im Rahmen der Pressekonferenz zur Regierungsumbildung.

Karner studierte nach dem Besuch des Melker Stiftsgymnasiums an der Wirtschaftsuniversität Wien Betriebswirtschaftslehre. Nach einer Zeit in der Privatwirtschaft startete er im Jahr 1996 seine Karriere bei der ÖVP Niederösterreich.

Unter Innenminister Strasser arbeitete Karner von Februar 2000 bis April 2003 als Pressesprecher. Danach wechselte er wieder retour zur Landespartei, wo er gemeinsam mit dem damaligen Landeshauptmann Erwin Pröll erfolgreiche Wahlkämpfe als Landesgeschäftsführer bestritt. Damals konnte dreimal die Absolute erobert werden.

Gerade in dieser Zeit galt Karner aber nicht als „Everybodys Darling“. „Ich habe diesen Job wahnsinnig gerne gemacht und da ist es notwendig, dass es auf einen groben Klotz auch einen groben Keil gibt. Ich habe das mit vollem Einsatz und Konsequenz gemacht“, sagte Karner in einem NÖN-Interview anlässlich seines einjährigen Jubiläums als Landtagspräsidenten.

Politisch verbunden blieb Karner auch immer seinem Heimatort. 1995 wurde er erstmals als Gemeinderat angelobt. Im Jahr 2015 wurde Karner zum Bürgermeister seiner Heimatgemeinde gewählt, wo er 2020 87,2 Prozent der Wählerstimmen erreichte. Seit 2003 vertritt der Texingtaler die ÖVP auch im Landtag, wo er bisher als Sicherheitssprecher und Zweiter Landtagspräsident im Einsatz war.

Wer dem neuen Innenminister in seiner Heimatgemeinde als Bürgermeister nachfolgt, ist derzeit noch unklar: