Ybbser Musikschul-Chef Thain zog Kündigung zurück. Trotz Thains Anpatz-Brief gegen Verbands-Obmann Schroll setzte sich Musikschul-Verband für Thains Verbleib ein.

Von Markus Glück. Erstellt am 13. Februar 2020 (12:22)
Bernhard Thain (links) bleibt Direktor der Musikschule Donauklang. Der Ybbser SP-Stadtchef Alois Schroll (rechts) will das Gemeinsame vor das Trennende stellen.
Jäger (Foto Schroll) bzw. NÖN

Es war kurz vor der Gemeinderatswahl als der Direktor der Musikschule Donauklang, Bernhard Thain, mittels umfassenden Schreibens seinen Rückzug als Musikschuldirektor verkündete.

Bernhard Thain bleibt Direktor der Musikschule Donauklang.
NOEN

Als Grund nannte Thain den Einsatz als Protagonist für den Wahlkampf der SPÖ, der laut ihm ohne sein Einverständnis passierte – die SPÖ widerlegte Thains Darstellung später mit einem E-Mail.

In seinem Schreiben warf Thain dem Ybbser SP-Bürgermeister Alois Schroll auch vor „ihn als Protagonist missbraucht“ und die „Situation schamlos ausgenutzt“ zu haben. Er kritisierte aber auch mangelnde Kommunikation von Schroll und die derzeitige Situation in der Musikschule samt Raummangel sowie fehlenden Arbeitsplätze für den Musikschuldirektor. Vorwürfe, die Schroll als Musikschul-Verbandsobmann zuletzt klar widerlegte – die NÖN berichtete:

So habe es etwa ein Angebot seitens Schroll für ein Büro samt Infrastruktur im Ybbser Rathaus gegeben. Ein Angebot, das Thain abgelehnt hat.

Eine Verbandssitzung, unter anderem mit den Bürgermeistern aus Pöchlarn, Franz Heisler, und Krummnußbaum, Bernhard Kerndler, sowie Schroll und dem Ybbser VP-Stadtrat Harald Ebert brachte jetzt eine überraschende Wende. Thain bleibt Musikschuldirektor – er zog bei der vergangenen Verbandssitzung seine Kündigung zurück.

Aktion ist Wasser auf die Mühlen der SP-Funktionäre in Ybbs

Einige Bürgermeister, die den Rückzug von Thain aufgrund der Causa bedauerten, begrüßten den Schritt. „Alle zu klärenden Punkte wurden besprochen. Im Sinne unserer musizierenden Kinder und Jugendlichen setzen wir uns gemeinsam für die Fortführung des Musikschulverbandes mit Thain ein“, betont Verbandsobmann Schroll.

Am Ende folgte die Zustimmung aller Anwesenden, auch, um eine Auflösung des Verbandes zu verhindern, wie mehrere Sitzungsteilnehmer der NÖN bestätigten.

Die Aktion ist aber Wasser auf die Mühlen der SP-Funktionäre in Ybbs, die hinter dem Rückzug von Thain wenige Tage vor der Wahl, eine Aktion der ÖVP vermuteten. „Man wollte neben Amstetten auch Ybbs drehen. Das ist aber nicht gelungen. Thain hat sich für dieses Spiel missbrauchen lassen und die ÖVP hat versucht, Schroll anzupatzen“, kritisiert ein SP-Funktionär aus Ybbs.

SP-Stadtchef Alois Schroll will das Gemeinsame vor das Trennende stellen.
Jäger

Verbands-Obmann Schroll sieht die Sache etwas gelassene als seine Parteifreunde: „Ich habe nach dem Schreiben auch sofort das Gespräch mit Bernhard Thain gesucht. Jeder der mich kennt weiß, dass ich das Gemeinsame immer vor das Trennende stelle. Wir werden den gemeinsamen Weg weitergehen.“

Gemeinsam mit Thain wurden erweiterte Rahmenbedingungen besprochen, diskutiert und ausgearbeitet. Diese sollen in den kommenden Monaten realisiert werden.

Alle weiteren Hintergründe sowie die Sichtweise des Musikschul-Direktors lest ihr in der nächsten Melker NÖN.