UVP zu Jungbunzlauer findet trotz "oranger" Ampel statt. Rechtsanwalt der Bürgerinitaitve ortet Gesundheitsrisiko bei UVP-Verhandlung in Wieselburg und forderte mehrmals Verschiebung der Termine Anfang nächster Woche, auch Grüne stimmen mit ein. Laut dem zuständigen Amt der Landesregierung findet die Verhandlung "rechts- und covidkonform" statt.

Von Denise Schweiger. Erstellt am 02. Oktober 2020 (18:28)
Am Montag, 5. Oktober, und am Dienstag, 6. Oktober, wird das Projektvorhaben der Firma Jungbunzlauer in Zelking-Matzleinsdorf und Leiben verhandelt.
Grafik: Jungbunzlauer

Der Countdown für die UVP-Verhandlung zum Jungbunzlauer-Projekt um die Errichtung einer Zitronensäurefabrik im Bezirk Melk (Zelking-Matzleinsdorf und Leiben) läuft.

Am Montag, 5. Oktober, und am Dienstag 6. Oktober, finden die Verhandlungstermine in der Messe Wieselburg statt - die NÖN berichtete:

Und zwar  trotz "oranger" Corona-Ampel im Bezirk Scheibbs. Auf NÖN-Anfrage erläutert Leopold Schalhas vom zuständigen Amt der NÖ Landesregierung: "Alle coronabedingten Maßnahmen werden gesetzt, die Verhandlung findet rechts- und covidkonform statt". Dieser Umstand sorgt bei den Projektgegnern für Unverständnis.

Projektgegner fordern Verschiebung der Verhandlung

Der Rechtsanwalt der Bürgerinitiative "Ritter der Au", Wolfgang List, bat das zuständige Amt der NÖ Landesregierung mehrmals per Schreiben um Verschiebung aufgrund des "inakzeptablen Gesundheitsrisikos". Diese liegen der NÖN-Redaktion vor.

"Weder der vertretende Anwalt noch die hunderten Mitglieder der Bürgerinitiative haben die geringste Lust, sich bei der Verhandlung mit Corona anzustecken", fordert der Wiener Anwalt die "sofortige Abberaumung der Verhandlung für ein Projekt, das in der Gegend niemand haben will". Auch Helga Krismer, Landessprecherin der Grünen Niederösterreich, spricht sich für eine Terminverschiebung aus.

Jungbunzlauer blickt der UVP "motiviert" entgegen

Angesprochen auf die Forderungen zur Terminverschiebung findet Josef Gaß von der Firma Jungbunzlauer nur harte Worte für List und die Grünen: "Dass die Projektgegner versuchen, die Situation um Corona auszunutzen, um das Verfahren in die Länge zu ziehen, ist unverschämt und zielt lediglich auf Emotionalisierung ab. Das dient nicht der Sachlichkeit. Das Covid-Gesetz wird selbstverständlich eingehalten, ich habe nie etwas von einer möglichen Absage vernommen".

Vonseiten des Unternehmens blicke man der Verhandlung "positiv und motiviert" entgegen. "Die Themen sind klar und wir stellen uns natürlich allen Vorgaben", unterstreicht Gaß gegenüber der NÖN.