Biberplage sorgt für Sorgenfalten. Nagetiere greifen geschützten Auwald entlang der Donau an. Auch entlang des Weitenbachs fühlen sie sich wohl.

Von Markus Glück. Erstellt am 05. Februar 2019 (05:01)
Glück
Klein-Pöchlarns Bürgermeister Johannes Weiß zeigt die Folgen der Biberattacken in seiner Gemeinde.

Es ist eine ewige Plage, die den Bezirk bereits seit Jahren beschäftigt — die Biber fressen sich durch die Bäume im Bezirk. Gerade im Winter, wenn die Biber auf Nahrungssuche sind, werden gerne Baumrinden als Nahrungsquelle auserkoren. Aktuell kämpft die Marktgemeinde Klein-Pöchlarn und SP-Bürgermeister Johannes Weiß mit dem Biber. Zuletzt biss der Biber im geschützten Auwald neben der Donau eine Pappel an. Aufgrund der Nähe zur Bundesstraße und weil der Baum umzustürzen drohte, musste die Gemeinde handeln und den Baum entfernen. Um an die betroffene Stelle zu gelangen, mussten aber weitere Pappeln entfernt werden.

"Der frisst noch unseren kompletten Auwald auf“Bürgermeister Johannes Weiß

„Der Kampf ist aber vergebens, denn bereits am nächsten Tag hat sich der Biber einen neuen Baum ausgesucht. Der frisst noch unseren kompletten Auwald auf“, ärgert sich Weiß. Er stellt zudem die Frage, ob ein Auwald oder der Biber schützenswerter ist.

Von einer ähnlichen Problematik berichtet auch die Leibener SP-Bürgermeisterin Gerlinde Schwarz. Gerade entlang des Weitenbachs dürften sich die Biber zuletzt wohlgefühlt haben. „Sie wandern von der Donau immer weiter hinauf“, berichtet Schwarz.

Bis jetzt seien zwar noch keine Bäume umgestürzt, vonseiten der Gemeinde beobachtet man die Situation aber auch in Ebersdorf genau.

Biber-Fällung bei Gasthaus Dürregger

So soll es beim Biotop beim Gasthaus Dürregger bereits erste „Biber-Fällungen“ gegeben haben. Zumindest entlang der Straße und der Radwege sind der Gemeinde bis dato keine Fälle bekannt. Obwohl ein Abschuss der unter Naturschutz stehenden Biber nur in Ausnahmefällen erlaubt ist, fordert Weiß ein besseres Controlling der Biberpopulation: „Es ist dringend notwendig, die Biber besser zu überwachen und Maßnahmen zu setzen.“

Nachgefragt bei der zuständigen Abteilung des Landes , betont Martin Tschulik, dass vonseiten des Landes Beratung und Präventionsmaßnahmen erfolgen. Daneben wird durch die niederösterreichische Biber-Verordnung der Abschuss strengstens geregelt.

So darf ein Eingriff in die Population nur dann erfolgen, wenn Hochwasserschutzanlagen oder andere wichtige Infrastrukturanlagen betroffen sind. Gleiches gilt bei Baumsturzrisiken in besonders stark frequentierten öffentlichen Bereichen. „Biber sind Bestandteil naturnaher Auwald-Ökosysteme, oberste Priorität muss aber immer die Sicherheit der Bevölkerung haben“, sagt Tschulik.

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