Ein Abschied, der schmerzen würde. Michael Bouda über den Erfolg beim SC Melk auch dank Paul Scharner.

Von Michael Bouda. Erstellt am 14. Mai 2019 (04:00)

„Den bekommst du nie, Scharner“ war noch einer der netteren Zwischenrufe von der Tribüne, die sich Paul Scharner beispielsweise beim Derby gegen Wieselburg anhören musste. Bewunderer oder Verachter – zwischen diesen beiden subjektiven Polen ist in Sachen Scharner nicht viel Platz.

Fakt ist, dass der SC Melk in der 2. Landesliga West seit der Ankunft des ehemaligen England-Legionärs im Winter mehr Punkte lukriert hat als im gesamten Herbst. Und gerade das Torverhältnis spricht Bände und für die Defensive um den 39-jährigen Innenverteidiger – 20:31 in 13 Spielen in der Hinrunde, 18:4 im bisherigen Frühjahr.

Der Kapitän, der Führungsspieler, verleiht der Mannschaft Stabilität. Stabilität, die mitverantwortlich ist für die Erfolgserlebnisse, die im Jubiläumsjahr wichtiger sind denn je. Abstieg zum einhundertsten Geburtstag? Nein danke!

Schafft Melk den Klassenerhalt, worauf zurzeit die Zeichen stehen, ist dies auch Scharners Verdienst. Ob er auch in der nächsten Saison ein „Löwe“ sein wird, entscheidet der ehemalige Teamspieler in den kommenden Wochen. Würde Scharner Melk im Sommer verlassen, könnte ihm niemand böse sein. Schade wäre es aber allemal. Auch aus sportlicher Sicht.