Ablaufdatum erwünscht. Über die aufgeweichte Eigenbauspielerregelung.

Von Michael Bouda. Erstellt am 16. September 2020 (00:10)

Nur noch fünf statt acht Eigenbauspielern: Auch wenn die coronabedingte Neuregelung bei Bezirksvereinen quer durch die Ligen auf wenig Gegenliebe stößt: Natürlich gibt es Vereine, die durch die Reduktion zumindest weniger in die Bredouille kommen. Dadurch, dass der Verband die Änderung erst nach der Sommerübertrittszeit vorgenommen hat, ist sie im Herbst auch tatsächlich als Erleichterung für gefährdete Vereine zu sehen.

Für die Zukunft stellen sich allerdings zwei gewichtige Fragen. Erstens: Wie werden die Vereine in der Winterübertrittszeit auf die Reduktion an notwendigen Eigenbauspielern reagieren? Hier könnten kurzfristige Wechsel auf Kosten eigener (junger) Spieler gehen. Und Klubs, bei denen Nachwuchsarbeit nur zweitrangig ist, könnten Kapital daraus schlagen. Zweitens: Wie lange wird die Ausnahmeregelung bestehen? Vorgesehen ist ein Ablaufdatum mit Ende der Saison. Der Grund für die Neuformulierung ist aber Corona und es lässt sich keine Prognose stellen, wann wieder (die alte) Normalität einkehrt.

Die Befürchtungen einiger Vereine, dass die Reduktion zur Dauerlösung wird, ist berechtigt. Und dann wären genau jene Klubs benachteiligt, die mit langfristig angelegter Nachwuchsarbeit die Zukunft des Amateurfußballs sichern.