Alle müssen mitspielen. Über das Verhalten Einzelner, unter dem viele leiden.

Von Michael Bouda. Erstellt am 28. Oktober 2020 (00:46)

Corona hat den SC Melk endgültig erreicht – und zwar gleich viermal. Vier Löwen sind derzeit virusbedingt außer Gefecht gesetzt, sie wurden positiv auf Covid-19 getestet.

Nicht die Tatsache selbst, sondern die Umstände sind ärgerlich. Denn drei der vier Infizierten haben sich auf einer privaten Geburtstagsfeier angesteckt. Das kann dem Verein nur sauer aufstoßen. Natürlich: In den privaten Lebensbereich der Spieler einzugreifen, ginge im Amateurfußball zu weit. Der Leidtragende ist nun dennoch der gesamte Verein.

Seit Monaten arbeitet man Konzepte aus, investiert unzählige Stunden, belastet die Klubkasse, um trotz Pandemie weiter kicken zu können. Wenn nun drei Spieler wegen einer Geburtstagsfeier den Trainings- und Spielbetrieb auf Eis legen, konterkariert das die gesamten Maßnahmen des Vereins – wie auch die Vorgaben der Bundesregierung, soziale Kontakte einzuschränken. Fälle wie in Melk drängen die Politik in jene Richtung, die sich niemand wünscht: von Restriktionen im Fußball bis zu einem zweiten Lockdown.

Der Covid-19-Ausbruch beim SC Melk führt vor Augen: Es müssen alle mitspielen, damit Corona zurückgedrängt werden kann. Nicht nur am und rund um den Rasen, sondern in allen Lebensbereichen.