Der Klub, für den Scharner auflief. Über Paul Scharners Abschied vom SC Melk.

Von Michael Bouda. Erstellt am 18. Juni 2019 (01:00)

Es waren zwar nur fünf Monate, und doch fühlt es sich an wie eine Ära: Die Zeit, in der Paul Scharner, der Ex-Nationalteamspieler, der FA-Cup-Gewinner, das gelb-blaue Dress der Melker Löwen trug.

Scharner hat den Bezirkshauptstädtern weit über die Bezirksgrenzen hinaus seinen Stempel aufgedrückt. Einerseits natürlich in sportlicher Hinsicht: Trainer Genadi Petrov hat die Mannschaft wieder auf Erfolgskurs gebracht, Scharner war als Innenverteidiger ein integraler Bestandteil davon.

Andererseits, und das zeichnet Scharner aus wie sein fußballerisches Können, wusste er durch seine Persönlichkeit, seine Bekanntheit, seine Aura, die Scheinwerfer auf das Schuberth-Stadion zu richten. Der Marketing-Effekt von Scharner für die Melker war unbezahlbar. Der Verdienst dafür gebührt Markus Tirmann – der ehemalige Club-Manager, der im Mai zurücktrat, hat Scharner geholt.

Letztlich war es auch Tirmanns Rückzug, der den Ausschlag für jenen Scharners gab. Die „Ära Scharner“ bei den Löwen ist damit Geschichte, gewiss aber nicht das, was er hinterlässt. Melk ist auch dank Scharner weiterhin Landesligist. Und die Strahlkraft des Ex-Internationalen wird im Schuberth-Stadion so bald nicht versiegen: Der SC Melk bleibt der Klub, für den niemand Geringerer als Paul Scharner auflief.