Erstellt am 10. Januar 2017, 05:00

von Markus Glück

Die Wut des kleinen Mannes. Markus Glück über das Fehlen einer Diskussionskultur.

Seinem Unmut über den Lärm am Wachauring machte der Melker Grün-Politiker Klubchef Peter Pruzina in der letzten NÖN Luft – und löste damit den ersten Bezirks-Shitstorm im Jahr 2017 in den sozialen Netzwerken aus.

Vor allem die Forderung nach einem Aus für die Rennen am Ring und die Attacke auf die Melker Landwirte – Stichwort „Gülle-Gestank“ – erhitzte die Gemüter. „Scheiß grüne Ratten“, war dabei noch einer der freundlicheren Kommentare der Motorsportenthusiasten, die dem Grünen in den letzten Tagen an den Kopf geworfen wurde.

Ob man nun selbst für oder gegen den Motorsport am Wachauring ist, sei an dieser Stelle dahingestellt. Bezeichnender ist, wie die „Debatte“ auf Facebook geführt wurde. Neben all den Beschimpfungen und den Zusprüchen fand sich nämlich kein konstruktiver Ansatz, wie das vermeintliche Lärm-Problem für viele Melker und Umlandbewohner gelöst werden kann.

Und genau darin liegt das Grundübel vieler Facebook-Debatten: Würden sich Gegner und Befürworter gegenseitig mehr Gehör schenken, brächte es der Sache mehr. Denn dass der Ring für die Region wertvoll ist, bleibt trotz allem unbestritten.