Dorthin gehen, wo‘s wehtut. Über das Beleuchten dunkler Kapitel im Bezirk.

Von Denise Schweiger. Erstellt am 11. Februar 2020 (05:20)

Hier ein Hitlergruß, da ein Neonazi-Symbol – die FP-Ausrutscher in Richtung rechtes Eck im Bezirk häuften sich zuletzt. Die Reaktionen darauf sind unterschiedlich. Achselzucken oder Kopfschütteln. Ersteres ist definitiv fehl am Platz, Letzteres aber auch definitiv zu wenig.

Wer Nazi-Gräueltaten sagt, muss neben Mauthausen oder Auschwitz genauso Melk, Hofamt Priel, Erlauf oder Pöchlarn sagen. Erinnerungskultur wird momentan aber nur in zwei Gemeinden hochgehalten: Von den Erlaufer Friedenstagen, dem Melker Gedenkverein MERKwürdig und der jüngsten Initiative der Melker SPÖ können sich andere Gemeinden einige Scheiben abschneiden.

Nur eine Gedenktafel aufzustellen reicht nicht. Man muss dorthin gehen, wo‘s wehtut. Erinnerungskultur heißt aufarbeiten, diskutieren, sichtbar machen. Dass sich das Ende des Zweiten Weltkriegs 2020 zum 75. Mal jährt, ist ein guter Anlass, sich – spät aber doch – mit der eigenen Geschichte zu befassen. Bedarf im Bezirk gibt es eindeutig genug.