Man sieht sich immer zweimal. Über die nachträgliche Genugtuung für Hochratner.

Von Markus Glück. Erstellt am 18. Februar 2020 (02:07)

Breit ist derzeit das Grinsen des künftigen Emmersdorfer Ortschefs Richard Hochratner. Vor knapp einem halben Jahr nach einem Putsch in der ÖVP vom Vizebürgermeister-Amt davongejagt, dreht Hochratner den Spieß nun um und verwandelt seine eigene Demütigung in das größte Debakel der Emmersdorfer VP-Parteigeschichte.

Ausgerechnet der Ex-ÖVP-Politiker Hochratner schlägt die ÖVP dabei mit ihren eigenen Waffen. Denn normalerweise ist es die ÖVP, die eine Gemeinde nach einem knappen Verlust einer SP-Mehrheit, mithilfe von einer oder mehreren anderen Parteien vom zweiten Platz aus „dreht“. Für die Emmersdorfer ist die Entscheidung eine Zäsur und es bleibt zu hoffen, dass die Ortsentwicklung und die Zusammenarbeit künftig in die richtige Richtung weisen. Denn auch den neuen Akteuren an der Gemeindespitze wird nicht immer der einfachste Charakter nachgesagt. Am Ende ist es aber klug, dass der demoralisierten ÖVP zumindest die Hand zur Mitarbeit ausgestreckt wird.