Zur falschen Zeit am falschen Ort. Über Reinhard Hagers Griff zur politischen Reißleine.

Von Denise Schweiger. Erstellt am 10. September 2019 (01:30)

Was für eine Inszenierung. Die Bezirks- und Landesprominenz sowie die Bevölkerung war gekommen, um das neue Bischofstettner Dorfzentrum zu sehen. Im Zentrum der Eröffnung stand aber VP-Bürgermeister Reinhard Hager. Er nutzte das volle Haus, um seinen Rücktritt auf der großen Bühne kundzutun.

Der Schritt ins Rampenlicht war ein gewagter. Schönreden lässt sich nämlich auch nach gut eineinhalb Jahren Bauzeit nicht viel. Die von Hager angesprochenen „politischen Wehwehchen“ zu Beginn des Projekts? Wohl eher Definitionssache.

Unstimmigkeiten bei der Auftragsvergabe an Hagers Firma für das Dorfzentrum und eine Klage der Gemeinde Texingtal gipfelten in einem Misstrauensvotum gegen ihn. Zwei Stimmen weniger und Hager hätte schon früher gehen müssen.

Mit dieser Vorgeschichte haben Zeitpunkt und Ort für seine Rücktrittsverkündung einen bitteren Nachgeschmack. Schade eigentlich, wenn der nach 25 Jahren Engagement für Bischofstetten bleibt.