Kinderbetreuung im Bezirk Melk: „Würde jetzt das Vierfache zahlen“

Die Kostensteigerung für die Nachmittagsbetreuung in Münichreith-Laimbach sorgt bei Eltern für Kopfschütteln.

Denise Schweiger
Denise Schweiger Erstellt am 13. Oktober 2021 | 04:20
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Für die Kinderbetreuung in Münichreith-Laimbach erntet die Gemeinde Kritik.
Foto: Shutterstock/Oksana Kuzmina

Die „Große“ hat sie nun abgemeldet. „Das wäre einfach zu teuer gewesen“, schüttelt eine Dreifachmama den Kopf. Und mit ihrer Meinung, dass die Kosten für die Kinderbetreuung in der Gemeinde Münichreith-Laimbach zu hoch sind, ist sie nicht alleine: Erst war die Nachfrage bei den Eltern so groß, dass eine schulische Nachmittagsbetreuung zustande kommen sollte. Doch angemeldet wurden deutlich weniger Kinder, sodass das Angebot schlussendlich nicht realisiert wurde. „Kein Wunder“, betont sie, „bei einem Preis von fünf Euro pro angefangener Stunde.“ Was ist da passiert?

Zuvor, also vor den Plänen der schulischen Nachmittagsbetreuung, wurden die angemeldeten Kinder im Kindergarten betreut. Und das damalige Angebot war erheblich kostengünstiger (siehe Infobox). „Mit der neuen Regelung würde ich für meinen Bedarf jetzt das Vierfache zahlen – dabei ändert sich an der Betreuung so gut wie nichts.“

Ortschef Riegler: „Hatten schon Personal organisiert“

Denn abgesehen davon, dass die Kinder für zwei Stunden in der Volksschule sitzen, um dort die Hausübung zu erledigen, bleibt das Angebot dasselbe zum Vorjahr. „Ich kenne Eltern, die haben sich nun anstelle der von der Gemeinde angebotenen Nachmittagsbetreuung eine Tagesmutter geleistet. Das kommt ihnen nämlich billiger. Und das soll familienfreundliche Politik sein?“ Mehrere Gespräche zwischen den Eltern und dem Ortschef Josef Riegler seien erfolglos geblieben.

Dass die Anmeldezahl nicht dem Ergebnis der Bedarfserhebung entsprach, bestätigt der Bürgermeister: „Wir hatten diesbezüglich schon Personal organisiert. Aufgrund des Kostenbeitrages von fünf Euro pro Stunde wurden mehrere Kinder abgemeldet, sodass eine schulische Nachmittagsbetreuung nicht mehr erforderlich war. Wir hoffen nächstes Schuljahr auf mehr Anmeldungen, damit das Angebot auch zustande kommen kann.“ Mit fünf Euro pro Stunde liege die Gemeinde „kostentechnisch im Mittelfeld“, man habe sich auch bei anderen Gemeinden erkundigt. Aber wo genau, führte Riegler nicht näher aus.

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