Krummnußbaum

Erstellt am 18. Januar 2017, 05:00

von Anna Faltner

Annastift: Haus aus Jungsteinzeit entdeckt. Archäologen entdeckten Haus aus der neolithischen Jungsteinzeit in Krummnußbaum. Gemeinde plant Ausgrabung.

Das Haus aus der neolithischen Jungsteinzeit befindet sich womöglich nur einen halben Meter unter der Erde.  |  Symboldbild/Domagoj Burilovic

Von 2014 bis 2016 fanden an vier Orten in Krummnußbaum archäologisch-geophysikalische Messungen der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) statt. Am Sonntag präsentierten die Archäologen Klaus Löcker und Ralf Totschnig die Ergebnisse in der Gemeinde.

„Wir haben mit der Methode der magnetischen Prospektion gearbeitet. Das ermöglicht ein Messen, ohne in den Boden einzugreifen und wir können bodennahe Erlassenschaften nachvollziehen“, erklärt Klaus Löcker. In Wallenbach, Burgstall und im Bereich „Alte Mauer“ wurden die Spezialisten nicht fündig. Auf einem landwirtschaftlichen Grundstück auf der Reith in Annastift allerdings schon. Vor 52 Jahren fand der Grundbesitzer Anton Faffelberger dort eine 5.500 Jahre alte Feuersteinsichel. „Das deutet darauf hin, dass in dieser Zeit bereits Handel entlang der Donau betrieben wurde“, informiert Löcker.

„Wir sollten unbedingt reinschauen. Es ist interessant zu wissen, was früher auf unserem Grund und Boden war“.

VP-Ortschef Bernhard Kerndler

1964 fand Anton Faffelberger diese Feuersteinsichel auf seinem Grundstück in Annastift.   |  privat

Jetzt entdeckten die Archäologen ein 18x9 Meter – womöglich nur einen halben Meter unter der Erde – großes Haus am selben Grundstück. „Mit ziemlich großer Wahrscheinlichkeit stammt es aus derselben Zeit wie die Sichel“, mutmaßt er. Spannend dabei: Aus dieser Zeit, der neolithischen Jungsteinzeit, sind kaum noch Häuser erhalten. Ein ähnliches Objekt gibt es etwa am Mondsee.

„Wir empfehlen, das Haus möglichst rasch auszugraben, da es schon in einem schlechten Zustand ist“, so Löcker. Und das ist auch im Sinne der Gemeinde. „Wir sollten unbedingt reinschauen. Immerhin ist das Haus um 500 Jahre älter als Stonehenge. Es ist interessant zu wissen, was früher auf unserem Grund und Boden war“, ist VP-Ortschef Bernhard Kerndler begeistert.

"Ein Haus allein kommt selten vor"

Die Kosten für die Ausgrabung belaufen sich auf 20.000 bis 25.000 Euro, allerdings müssen die Förderungen noch geklärt werden. Im Zuge der Ausgrabung wollen die Archäologen auch die Felder rund um das Fundstück erkunden. „Laut ihnen ist die Wahrscheinlichkeit, weitere Häuser zu finden, sehr groß. Ein Haus allein kommt selten vor“, so Kerndler.