Frau sprang aus Angst von Balkon: Halswirbel gebrochen. Frau zeigt nach jahrelangem Martyrium Lebensgefährten an. Polizei appelliert bei häuslicher Gewalt an Zivilbevölkerung.

Von Denise Schweiger. Erstellt am 13. Februar 2018 (05:00)
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Symbolbild

Anfang Februar, gegen halb eins in der Früh. Eine in Krummnußbaum lebende Frau erstattet Anzeige – gegen ihren Lebensgefährten. Dieser habe sie niedergestoßen, sie zog sich eine Verletzung an der Stirn zu.

In Wohnung gefangen gehalten

Das sei allerdings nicht das erste Mal gewesen, dass ihr Freund ihr gegenüber handgreiflich wurde. Ein paar Tage zuvor habe er sie getreten und ihr einen Faustschlag ins Gesicht verpasst. Blaue Flecken und eine kaputte Brille waren die Folge.

„Rasende Eifersucht“ gab die verletzte Frau als Grund für die Gewaltexzesse ihres Lebensgefährten bei der Einvernahme an. Sie habe ihn betrogen, als Konsequenz daraus soll er sie nächtelang in der damaligen Wohnung in Tirol eingesperrt haben. So konnte sie keine anderen Männer kennenlernen. Er versperrte die Tür und schob eine Waschmaschine davor.

Partner drohte ihr mit Haarschneidegerät

Als es aufgrund der Affäre zu einem Streit kam, drohte der Lebensgefährte, ihr die Haare abzurasieren. Um seinen Worten Nachdruck zu verleihen, hatte er bereits den Rasierer in der Hand. Das versetzte die Frau so in Panik, dass sie zum Balkon rannte und aus dem ersten Stock sprang. Dabei brach sie sich zwei Halswirbel und beide Handgelenke. Zur Anzeige kam es damals aber nicht.

Nachdem die gepeinigte Frau ihre Erlebnisse schilderte, nahmen die Beamten der Polizeiinspektion Melk den Verdächtigen fest. Bei der Einvernahme zeigte sich der Festgenommene zum Teil geständig: Das Betreten der Wohnung wurde ihm untersagt, es setzte auch eine Anzeige auf freiem Fuß.

Ein Exekutivbeamter appelliert bei häuslicher Gewalt an die Unterstützung der Zivilbevölkerung: „Bei akutem Verdacht sollten Nachbarn auf jeden Fall den Notruf wählen und nicht selber einschreiten, das kann gefährlich werden.“