Zug-Quietschen raubt Anrainern in Melk den Schlaf. Nach Schleifarbeiten bei Schienen hören Anrainer beim Kronbichl plötzlich Quietschgeräusche bei Zügen. ÖBB will den Fall prüfen.

Von Markus Glück. Update am 05. August 2021 (12:04)
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Gaschwald, Shutterstock.com

Quietschende Züge rauben derzeit den Bürgern entlang der alten Westbahnstrecke im Bereich des Kronbichls den Schlaf. Nach Schleifarbeiten im Frühjahr bemerkten betroffene Anrainer erstmals die Quietschgeräusche, die auf der NÖN vorliegenden Videos deutlich und mehrmals dokumentiert sind.

Die Anrainer richteten sich mit ihren Beschwerden direkt an die ÖBB. Im E-Mail, welches der NÖN ebenso vorliegt, betont die ÖBB-Infrastruktur AG, dass die Beschwerden seit Februar bekannt seien, man abermals Schienenschleifungen im betroffenen Bereich durchgeführt habe und dann davon ausgegangen sei, dass die Thematik erledigt sei.

„Die ÖBB muss endlich auch die Anliegen der Anrainer entlang der Bahnstrecke ernst nehmen.“ Emmerich Weiderbauer

Dem ist aber nicht so, wie Anrainer und Grünen-Gemeinderat Emmerich Weiderbauer gegenüber der NÖN betont: „Wir müssen seit Jahren mit dem Lärm der veralteten Güterzüge auf der Bestandsstrecke leben, dieses Quietschgeräusch, welches auch von City-Jets verursacht wird, ist aber noch eine Spur unerträglicher. Die ÖBB muss endlich auch die Anliegen der Anrainer ernst nehmen.“ Weiderbauer, der die Zuggeräusche mittels mehreren Videos dokumentierte, merkt aber an, dass die Quietschgeräusche nur in Fahrtrichtung Pöchlarn auf dem Nordgleis entstehen.

Gemeinsam mit anderen Anrainern fordert Weiderbauer die ÖBB auf, den Sachverhalt zu prüfen und die Quietschgeräusche zu beheben. Daneben besteht abermals der Wunsch eines Stopps von alten Güterzügen durch das Stadtgebiet und eine erträgliche Frequenz des Güterzugverkehrs vor allem in den Nachtstunden. „Man investiert Millionen in eine Güterzugumfahrung, um dann die alten Züge durch das Melker Stadtgebiet zu schicken. Passiert das, braucht es eine Vorgabe für Schrittgeschwindigkeit, wie es etwa im Bereich St. Pölten gilt“, ärgert sich der Politiker. Mittlerweile ist für einige Anrainer der Zuglärm, samt Quietschgeräuschen, derart unerträglich, dass ein Verkauf ihres Eigenheims erwogen wird.

Die NÖN legte der ÖBB ein Video der Quietschgeräusche vor und konfrontierte diese mit den Beschwerden der Anrainer. ÖBB-Sprecher Christopher Seif bestätigt dabei, dass die Beschwerden seit Februar bekannt sind. Nach der Erstinformation wurde Kontakt mit den Anrainern aufgenommen und nach Gesprächen erneut Schienenschleifungen durchgeführt. Nach dem Schleifeinsatz war seitens der Anrainer die Rückmeldung, dass das Problem teilweise behoben wurde.

Da nach dem Einsatz des Schienenschleifzugs kurzfristig eine höhere Lärmbelästigung möglich ist, wurden die Anrainer um Geduld ersucht. „Da wir im Nachgang keine weitere Rückmeldung mehr erhalten haben, sind wir von weiteren positiven Entwicklungen ausgegangen“, sagt Seif.

Die erneuten Beschwerden will die ÖBB aber zum Anlass nehmen, den betroffenen Bereich einer neuerlichen Prüfung zu unterziehen.