Neue Station für Melker Spital. Spätestens Ende 2022 soll Übersiedlung von neurologischer Abteilung vom LKH Mauer nach Melk beendet sein.

Von Markus Glück. Erstellt am 08. Juli 2020 (05:12)
Glück
Schweiger

Es war der Coronavirus, der im Februar der leer stehenden Bettenstation 3 als erste Coronastation Niederösterreichs, neues Leben ein-

hauchte. Bis dahin stand die Station nach ihrer Schließung im Frühjahr 2016 knapp vier Jahre leer. Wie die NÖ Landesgesundheitsagentur bestätigt, soll die Station 3 aber auch nach dem Abflauen der Covid-19-Pandemie nicht ungenutzt bleiben. Laut NÖN-Informationen wird die Abteilung zur Rehabilitation von Patienten mit neurologischen Erkrankungen (derzeit „Neurologie C“) vom Landesklinikum Mauer ins Landesklinikum Melk übersiedeln. „Das Landesklinikum Melk bietet mit der Bettenstation 3 die entsprechend modernen räumlichen Ressourcen, um diese Abteilung zu übernehmen“, erklärt Bernhard Jany von der Landesgesundheitsagentur. Im Gegenzug hätten am Standort Mauer erhebliche Investitionen getätigt werden müssen.

Wenig Freude in Mauer

Im Melker Klinikum werden künftig Patienten aus der Phase C des Phasenmodells in der Neurorehabilitation behandelt. Das sind Patienten, die wach und nicht überwachungspflichtig sind, also bei klarem Bewusstsein und über den Tag verteilt zumindest drei Stunden an therapeutischen Maßnahmen teilnehmen können. Das Personal am Landesklinikum Mauer erhält zudem die Möglichkeit, nach Melk mitzuübersiedeln und dort ihrer Arbeit nachzugehen.

Weniger groß ist die Freude in Mauer: Dort traf die Beschäftigten die Nachricht wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Empört ist auch der Betriebsrat, der für Mittwoch eine Betriebsversammlung angekündigt hat.

Wann die Übersiedlung stattfinden wird, ist derzeit allerdings noch offen. Zunächst einmal beginnt die Detailplanung. Sie soll mit der Region und den Klinikstandorten finalisiert und dann umgesetzt werden. „Wir gehen momentan davon aus, dass eine Umsiedlung Ende 2022 stattfinden wird“, erklärt Jany. Andere Stimmen hoffen aber bereits auf eine Übersiedlung im Frühjahr 2021 – angesichts der aktuellen Corona-
situation wohl Wunschdenken.

Die Station 5 bleibt derzeit noch als „Corona-Station“ bestehen, ebenso wird die Station 3 weiterhin für Corona-Fälle bereitgehalten. Bis wann, ist derzeit laut Jany noch nicht abzuschätzen: „Das hängt von der Entwicklung der Pandemie-Situation in Niederösterreich ab.“

Freude bei Stadtpolitik über die Entscheidung

Erfreut über die Entscheidung des Landes zeigt sich Melks Stadtchef Patrick Strobl: „Wir haben zu Jahresbeginn Gespräche geführt und das Land hat sein Wort gehalten“. Auch gegenüber der NÖN versprach der damalige Regionalmanager Günther Krauter im Jänner, dass es bis zum Ende des ersten Quartals 2020 eine Lösung geben werde – coronabedingt verzögerte sich diese Entscheidung. Für Strobl ist die Verlagerung der neurologischen Station von Mauer nach Melk auch ein wichtiger Schritt für die Standortsicherung des Klinikums.

Gemischte Gefühle über die Entwicklung am Melker Klinikenstandort hat hingegen SP-Gesundheitsstadtrat Jürgen Eder: „Ich freue mich, dass die Station wiederbelebt wird. Restlos glücklich bin ich aber dennoch nicht.“ Der SP-Politiker stößt sich nach wie vor an der abgespeckten Variante der Unfallerstversorgung (die NÖN berichtete). „Ich würde mir wünschen, dass wir alles in Melk versorgen können. Ich höre diesbezüglich immer wieder Beschwerden aus der Bevölkerung.“