Bezirk Melk: FPÖ-Wahltriumph bringt erstes Direktmandat

Erstellt am 01. Februar 2023 | 03:16
Lesezeit: 3 Min
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Ausgelassene Stimmung bei der Wahlparty der FPÖ. Richard Punz (3. von links) feierte mit Parteichef Udo Landbauer (Mitte) und dem Texingtaler Engelbert Steinkogler.
Foto: FPÖ
St. Leonharder Richard Punz sichert sich Landtagsmandat. FPÖ erobert ersten Platz in Blindenmarkt, Golling und Petzenkirchen.
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Es war im September 2019, als der damalige FPÖ-Landtagsabgeordnete und Klubobmann Martin Huber aus Blindenmarkt nach einem Facebook-Posting zum Hitler-Geburtstag zuerst von der FPÖ suspendiert und danach rausgeworfen wurde. Mit Hubers Rauswurf verlor der Bezirk auch sein FPÖ-Landtagsmandat. Nach Huber übernahm der St. Leonharder Richard Punz die Rolle als Bezirkschef und versprach, die FPÖ wieder in ruhigere Gewässer zu führen und für den Bezirk ein Landtagsmandat zurückzuholen.

Dass es gleich bei der nächsten Wahl klappen sollte, überraschte dann viele. Mit Listenplatz 7 stand der Einzug von Punz zwar bereits vor der Wahl fest, die FPÖ darf im Bezirk aber ihr historisch bestes Ergebnis bejubeln. Mit der Auszählung der Wählerstimmen ist dabei sogar ein Bezirks-Grundmandat für die FPÖ fix – erstmals in der Parteigeschichte. Punz selbst war nach der ersten Hochrechnung in einem Wechselbad der Gefühle. „Die Unterstützung ist überwältigend. Da ist aktuell sehr viel Gänsehaut, aber auch sehr viel Demut dabei. Knapp 29 Prozent sind ein absoluter Wahnsinn“, bilanzierte der 32-Jährige, der in St. Leonhard auch im Gemeinderat vertreten ist.

Erstmals drei blaue Hochburgen im Bezirk

Erstmals in der Parteigeschichte konnte sich die FPÖ gleich in drei Gemeinden den ersten Platz holen. War Blindenmarkt bereits zu Hubers Zeiten eine blaue Hochburg, eroberte die FPÖ diesmal auch die beiden SPÖ-Hochburgen Petzenkirchen und Golling für sich. Besonders überwältigt zeigt sich der künftige Landtagsabgeordnete über die Ergebnisse in seinen Heimat- und Wohnortgemeinden St. Leonhard und Ruprechtshofen. Das dramatische Wahlergebnis der ÖVP im Texingtal und Yspertal ist für Punz keine Überraschung: „Dort, wo gegen die Bürger gearbeitet wurde, sind die Persönlichkeiten abgestraft worden.“ Punz will das Ergebnis in den kommenden Tagen analysieren und für die kommende Gemeinderatswahl mehr FPÖ-Ortsgruppen aufstellen. Eine neue ist dabei bereits fix: Der von der ÖVP-abtrünnige Texingtaler Engelbert Steinkogler, der bereits auf der FPÖ-Bezirksliste kandidierte, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit als FPÖ-Kandidat bei den Wahlen antreten. Bei der Landtagswahl erreichte die FPÖ im Texingtal fast 30 Prozent.

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