„Donaublick“-Wirt erteilt der ÖVP „Hausverbot“. „Donaublick“-Wirt Markus Gruber kündigt Kooperation mit Leibener VP-Fraktion. Nach Zuspruch für Jungbunzlauer-Pläne mussten Politiker neue Location für Dirndlball suchen.

Von Denise Schweiger. Erstellt am 12. März 2019 (05:01)
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Die Inhaber des Gasthauses „Donaublick“ fürchten um den Ruf ihres Betriebs: Wenn Jungbunzlauer baut, ist nicht mehr nur die Donau zu sehen.

Hoch oben in Lehen (Marktgemeinde Leiben) thront das Gasthaus „Donaublick“. Die exponierte Lage ermöglicht den Gästen einen Panoramablick in die Region. Und genau um den fürchtet der Wirt Markus Gruber.

Verhältnis zwischen Wirt und Politik eisig

Der Grund: das geplante Zitronensäurewerk in Bergern (Gemeinde Zelking-Matzleinsdorf), quasi auf der anderen Donauseite. „Wenn diese Fabrik dort errichtet wird, wäre das für unseren Betrieb eine Katastrophe“, erläutert der Leibener Gastronom. Mehrere Infoveranstaltungen der Projektgegner „Ritter der Au“ fanden in seinem Gasthaus statt. Der Großteil der Gemeinde, SPÖ sowie ÖVP, hingegen signalisiert Zuspruch zur Firmenansiedlung. Das Verhältnis zwischen Wirt und Politik sei deswegen laut Gruber mittlerweile eisig: „Ich bin enttäuscht und fühle mich, als ob ich ohnehin nicht mehr zur Gemeinde Leiben gehöre.“

Das Zerwürfnis gipfelte jüngst in einem „Hausverbot“: Jahrelang fand im „Donaublick“ der Dirndlball der VP-Fraktion statt, jetzt erstmals im Gasthaus Dürregger in Ebersdorf. „Ich hab ihnen gesagt, sie sollen sich eine neue Location suchen. Was bringen mir ein paar verkaufte Achterl, wenn die Existenz meines Betriebs auf dem Spiel steht?“, ärgert sich der Wirt.

VP-Obmann Öckmayer: "Akzeptieren Entscheidung"

Leibens VP-Obmann Karl Öckmayer blickt indes zufrieden auf den gut besuchten Ball im neuen Ambiente zurück. „Wir akzeptierten Grubers Entscheidung. Er hat uns früh genug abgesagt, damit wir uns ein neues Lokal suchen konnten“, informiert er. SP-Bürgermeisterin Gerlinde Schwarz will die Causa nicht weiter kommentieren.