„Hätte nie gedacht, dass ich mich anstecke“. Bernhard Gneißl (67) gehört zur Risikogruppe, hält Abstand, trägt Maske – und hat sich trotzdem mit Corona infiziert.

Von Denise Schweiger. Erstellt am 02. Dezember 2020 (03:36)
„Hausarrest“ für den umtriebigen Leibener: Bernhard Gneißl musste aufgrund seiner Corona-Erkrankung zuhause bleiben. Heute ist er wieder genesen – und berichtet über seine Covid-Infektion.
privat

Wo und wann es passiert ist, kann Bernhard Gneißl nicht sagen. „Ich bin sehr vorsichtig, gehöre ja auch zur Risikogruppe“, erzählt der 67-Jährige aus Leiben. Und doch hat er sich mit dem Coronavirus angesteckt. Anzeichen dafür gab es laut Gneißl so gut wie keine. Dass er sich überhaupt testen ließ, ist einer aufmerksamen Krankenschwester zu verdanken.

„Ich war zuletzt mit unserem Hund, der Elli, viel spazieren und hatte ein wenig Husten“, berichtet der Leibener. Das bemerkte auch eine Krankenschwester im Rahmen seiner Immuntherapie. „Sicherheitshalber meinte die zuständige Ärztin dann, dass ich mich testen lassen soll. Das habe ich gemacht, zwei Tage später bekam ich das positive Ergebnis.“

Bis auf den Husten machte sich die Krankheit bei Gneißl nicht weiter bemerkbar – mittlerweile wurde auch sein Quarantäne-Bescheid aufgehoben. In den Tagen der Isolation habe er wieder „sehr zu schätzen gelernt“, im Südlichen Waldviertel zu wohnen: „Meine Familie wurde auch getestet, sie waren alle negativ. Wir haben glücklicherweise ein großes Haus, da konnten wir uns gut aufteilen. Ich will mir gar nicht vorstellen, in so einer Situation in einer kleinen Wohnung in der Stadt zu leben.“

Dass Menschen in seinem Freundeskreis zum Teil schwer mit den Corona-Symptomen zu kämpfen haben, mache ihn nachdenklich. „Eine Bekannte von mir litt sehr unter Corona. Und sie ist immerhin 20 Jahre jünger als sich!“ Gneißl zieht, wie er sagt, seine Lehren aus der Infektion: „Ich hätte nie gedacht, dass ich mich anstecke. Wäre ich nicht auf meinen Husten angesprochen worden, ich hätte mich ehrlich nicht testen lassen – und wäre wohl unabsichtlich zum ‚Superspreader‘ geworden.“