Jungbunzlauer-Werk: Jetzt wird geprüft. Pläne der angedachten Zitronensäurefabrik müssen sich offiziell einer Umweltverträglichkeitsprüfung stellen. Firma zeigt sich gelassen, Grünen-Appell an Ortschefs.

Von Denise Schweiger. Erstellt am 21. Juni 2018 (05:00)
Schweiger, Gleiß
Vonseiten der Firma meint Josef Gaß, dass sich Jungbunzlauer jeder Prüfung stellt. Grünen-Bezirkssprecher Emmerich Weiderbauer nimmt die Bürgermeister in die Pflicht.

Nächstes Kapitel in der „Causa Jungbunzlauer“: Die geplante Zitronensäurefabrik auf dem Gemeindegebiet von Leiben und Zelking-Matzleinsdorf muss sich offiziell einer Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) unterziehen. Bei der Größe des angedachten Werks war zwar davon auszugehen, allerdings fehlten bislang sämtliche Unterlagen von Jungbunzlauer. Jetzt steht es schwarz auf weiß auf einer Kundmachung des zuständigen Amtes des Landes NÖ.

Josef Gaß: "Haben nichts zu verbergen"

Vonseiten des Unternehmens fürchtet man sich jedenfalls vor keiner Prüfung. „Wir stellen uns jeder Untersuchung, wir haben nichts zu verbergen“, betonte der Leiter für Produktion und Technologie von Jungbunzlauer, Josef Gaß, schon bei diversen Info-Veranstaltungen in der Region.

Auch Grünen-Bezirkssprecher Emmerich Weiderbauer hat keine Zweifel, dass das Unternehmen die UVP positiv hinter sich bringt. „Die werden die Grenzwerte schon im Griff haben und dafür sorgen, dass sie sie einhalten“, meint er. „Darauf, dass die Werkspläne jetzt an der Prüfung scheitern, können wir uns nicht verlassen.“ Weiderbauer nimmt das Land NÖ und die Bürgermeister der betroffenen Gemeinden in die Pflicht. „Mir ist das Ergebnis der UVP egal, ich will das Werk dort einfach nicht haben. Und wenn ein Ortschef diese Zerstörung mit Arbeitsplätzen und ein wenig Kommunalsteuer aufwiegt, lasse ich das als Argument nicht gelten.“

"Ritter der Au" wünschen "normales" Verfahren

Ob sich Jungbunzlauer übrigens einem normalen UVP-Verfahren oder einem vereinfachten Modell stellen muss, ist noch nicht bekannt. Diese Entscheidung obliegt der Behörde und geht auf mehrere Faktoren – wie etwa die Werksgröße – zurück. Fakt ist, dass sich die Projektgegner, die Bürgerinitiative „Ritter der Au“, eine normale Prüfung wünschen. Bei einem vereinfachten Verfahren hätten sie nämlich keine Chance auf Parteistellung. „Wir lassen das so schnell wie möglich von unserem Anwalt Wolfgang List und seinen Experten prüfen“, zeigt sich Pressesprecher der „Ritter“ Christoph Schaufler im NÖN-Gespräch entschlossen.