Melker Stadtchef Strobl: „Sorge ist völlig unbegründet“. Wie groß die Hysterie rund um den Coronavirus in der Bevölkerung ist, zeigte die letztwöchige Ankündigung der NÖ Landesgesundheitsagentur, dass künftig alle Coronavirus-Patienten aus Niederösterreich im Landesklinikum Melk behandelt werden sollen.

Von Markus Glück. Erstellt am 10. März 2020 (04:57)
Bis dato gibt es keinen Coronavirus-Patienten im Melker Krankenhaus.
Glück, Eckert

So machten sich einige Melker gegenüber der Redaktion über den Tourismusstandort Melk Sorgen, andere fürchteten um ihre persönliche Gesundheit in der Stadt. Mit vielen Fragen wurden auch die Mitarbeiter der Geburtenklinik konfrontiert. Dort machte sich auch die Sorge breit, dass auf der beliebten Geburtenstation künftig weniger Frauen entbinden. Zu beruhigen versucht dabei Bernhard Jany von der Landesgesundheitsagentur.

Er verweist auf den den ärztlichen Direktor des LKH Neunkirchen und Universitätsprofessor, der den Coronavirus zwischen einer echten Grippe und einem grippalen Infekt mit einer Verkühlung einordnet. „Zudem gibt und gab es im LKH Melk immer wieder Patienten mit Influenza, die eigene Räumlichkeiten und auch besondere Maßnahmen benötigen“, erklärt Jany.

„Haben diese Mitteilung zur Beruhigung hinausgegeben“

Die Ängste aus der Bevölkerung bekam auch VP-Stadtchef Patrick Strobl mit. Er erließ vergangenen Woche den kurios anmutenden Erlass, dass die Kinder der Nachmittagsbetreuung, ab der ersten Aufnahme eines Coronavirus-Patienten, nicht mehr im Klinikum ihr Mittagessen einnehmen. Panikmache oder begründete Sorge? Für Strobl eine Beruhigungsmaßnahme für die Eltern. Nach der Bekanntgabe für den Standort Melk haben sich viele Eltern beim Kindergarten-Personal gemeldet und ihre Ängste bezüglich der Nahrungsaufnahme im Krankenhaus mitgeteilt.

„Diese Sorge ist völlig unbegründet, wir haben diese Mitteilung aber zur Beruhigung hinausgegeben“, erklärt Strobl. Auch Neo-Gesundheits-Stadtrat Jürgen Eder (SP) wird mit dem Coronavirus-Thema häufig konfrontiert. Ebenso wie Strobl beruhigt er: „Es muss niemand in Panik verfallen. Die Behörden haben alles im Griff. Die einfachste Vorsorgemaßnahme ist regelmäßiges Händewaschen.“

Bis dato wird im Melker Krankenhaus noch kein positiv getesteter Patient behandelt. Aus dem Krankenhaus-Umfeld ist zu hören, dass dort auch niemand mehr mit einem Patienten rechnet.

Tritt der Fall der Fälle aber dennoch ein, wird der Patient über den ehemaligen Eingang via Wäschereitrakt klar isoliert in das Klinikum gebracht. „Während der Übernahme und der Behandlung gelten strikte hygienische Maßnahmen. Das behandelnde Personal verfügt über eine spezielle Ausrüstung“, erläutert Jany.