Wiederbetätigung: Nazi-Parolen via WhatsApp geschickt. Verbotenes tauschten zwei Burschen über Handys aus. Vor Gericht setzte es je sechs Monate bedingte Freiheitsstrafe.

Von Claudia Stöcklöcker. Erstellt am 15. Oktober 2018 (08:09)
APA (dpa)
Whatsapp und Co. ließen SMS-Anzahl stark zurückgehen

„Das war nur ein blödes Geplänkel zwischen uns“, sagt ein 21-Jähriger aus Loosdorf. Geknickt sitzt er vor Richtern, gemeinsam mit einem Gleichaltrigen aus Emmersdorf. Wiederbetätigung wirft die Staatsanwaltschaft den beiden Burschen vor.

Nazis wollen die Angeklagten keine sein, sagen sie vor einem Geschworenensenat. „Wir haben diskutiert über die Wirtschaftskrise, die Rothschilds und die Lehman Brothers und haben festgestellt, dass die Griechenlandkrise daran schuld ist, dass wir so einen großen Flüchtlingsstrom haben. Und dann ist uns die Diskussion entglitten“, erzählt einer der Angeklagten.

Drogendelikt brachte Exekutive auf die Spur

Was folgte, waren nationalsozialistische Parolen via Whats-App. „Heil Hitler“, „Heil Deutschland“, schrieb der eine dem anderen, schickte ein Foto einer alten Weihnachtskarte mit Hakenkreuz, ein Bild von Adolf Hitler samt Deutschem Gruß und ein Video eines Chors mit SS-Fahnen und Hakenkreuz. Ans Tageslicht kam alles, weil gegen einen der 21-Jährigen wegen Vergehens gegen das Suchtmittelgesetz ermittelt wurde.

Der Geschworenensenat spricht beide Burschen wegen der Verbrechen gegen das Verbotsgesetz schuldig, beide werden zu sechs Monaten bedingt verhängter Freiheitsstrafe verurteilt. Der vorsitzende Richter begründet: „Solchen Auswüchsen muss man Einhalt gebieten. Die Strafen sollen den Angeklagten vor Augen führen, dass das, was sie gemacht haben, unrecht ist.“ Die Urteile sind rechtskräftig.