FP-Obmann Lambeck nach Hitlergruß ausgeschlossen. Erst am Wochenende wurde beim Ortsparteitag der FPÖ Loosdorf der 24-jährige Manuel Lambeck zum neuen Obmann gewählt. Drei Tage später ist er schon wieder Geschichte.

Von Markus Glück und Tanja Horaczek-Gasnarek. Update am 13. November 2019 (20:44)
Bezirksparteiobmann Richard Punz mit dem ausgeschlossenen Kurzzeit-Obmann Manuel Lambeck und Vorgänger Karl Helm.
FPÖ

Der Grund: Ein Kurzfilm, der in einer Loosdorfer WhatsApp-Gruppe kursiert und von der Wiener Wochenzeitung „Falter“ veröffentlicht wurde, zeigt Lambeck, wie er den Hitlergruß ausführt und dabei „Hitla“ brüllt. Ein Informant, der dem Falter das Video zuspielte, sagt gegenüber der Wochenzeitung: „Schon seit Jahren ist mir Herr Lambeck als Neonazi bekannt.“

Die Loosdorfer Ortsgruppe sorgt aber nicht zum ersten Mal für negative Schlagzeile. Kurz vor der Nationalratswahl wurden der NÖN Bilder zugespielt, in der der ehemalige Obmann der FP-Loosdorf, Karl Helm, Symbole der Schwarzen Sonne auf Facebook „liked“ - eindeutige Symbole der Neonazi-Szene. Die gleichen Bilder gefielen auf Facebook auch den nunmehrigen Ex-FP-Klubobmann Martin Huber aus Blindenmarkt. Dieser wurde im Zusammenhang mit der Affäre vor der Wahl aufgrund seiner Glückwünsche an Hitlers Geburtstag aus der Partei ausgeschlossen.

" So etwas ist abscheulich und hat bei uns absolut keinen Platz"

Konfrontiert mit den Vorwürfen schweigen auf NÖN-Anfrage sowohl Karl Helm als auch Manuel Lambeck. Nach der Enthüllung des Videos wurde Lambeck mit sofortiger Wirkung aus der Partei ausgeschlossen. Wegen Gefahr im Verzug, wie Nationalratsabgeordneter Michael Schnedlitz erklärt: „Wir handeln natürlich sofort! So etwas ist abscheulich und hat bei uns absolut keinen Platz! Mit solchen Typen wollen wir auch nichts zu tun haben.“

Melks FP-Bezirksobmann Richard Punz spricht von einem „eindeutigen“ Video. Warum solche Vorfälle immer wieder in der FPÖ passieren? „Wir können leider nicht alle Leute immer ganz genau durchchecken“, erklärt Punz.

In einem neuen Licht erscheinen jetzt auch die Vorwürfe des ehemaligen FP-Funktionärs Armin Seitlinger aus Hofamt Priel: Dieser legte im Zuge der Affäre rund um die „Schwarze Sonne“ und Hubers Facebook-Posting im September seine Funktion in der FPÖ zurück. Gegenüber der NÖN sprach er damals von einem braunen Sumpf in der FPÖ im Bezirk.

Von einem braunen Sumpf will Punz trotz des abermaligen „Einzelfalls“ nichts Wissen: „Es gibt in Loosdorf keine braunen Flecken in der FPÖ und auch sonst im Bezirk nicht.“ Wie es mit der Ortsgruppe weitergeht, lässt Punz derzeit noch offen.

"Mir fehlen die Worte"

Loosdorfs SP-Bürgermeister Thomas Vasku überrascht das Video nicht: „Es ist halt wieder einmal ein Einzelfall. Mir fehlen die Worte.“ Und EU-Abgeordneter und Bezirkschef der SPÖ Günther Sidl geht hart mit der FPÖ ins Gericht: „Wer bei der FPÖ noch von Einzelfällen spricht, muss den Kopf metertief im Sand haben.“

Update: Nach Hitler-Gruß drohen auch berufliche Konsequenzen

Dem Loosdorfer Ex-FP-Obmann Manuel Lambeck drohen nach dem Ausschluss aus der eigenen Partei jetzt auch berufliche Konsequenzen: