Nachmittagsbetreuung wird gratis. Das gratis Angebot stößt nicht überall auf Zustimmung.

Von Tanja Horaczek-Gasnarek. Erstellt am 26. Mai 2019 (04:00)
Horaczek-Gasnarek
Ab dem kommenden Schuljahr gibt es eine gratis Nachmittagsbetreuung bis 15 Uhr für die Schüler der Neuen Mittelschule.

Alles neu macht der Mai: Die Nachmittagsbetreuung an der Neuen Mittelschule wird umgekrempelt. Bisher wurden die Schüler bis 17 Uhr von Lehrern und einer Freizeitpädagogin betreut.

Doch wie Direktorin Silvia Guckler den Eltern per Infoblatt mitteilte, wird es diese Form der Betreuung ab nächstem Schuljahr nicht mehr geben. Damit die schulische Nachmittagsbetreuung (NABE) genehmigt werden kann, ist unter anderem eine Mindestteilnehmerzahl erforderlich – laut Gesetz müssen am Standort zumindest 15 Anmeldungen vorliegen. „Bei einer Erhebung in der Weihnachtszeit stellte sich heraus, dass es weniger Anmeldungen geben wird“, erläutert Guckler ihren Schritt.

Somit musste für die paar Schüler ein Plan B her, bei denen niemand nach der Schule zuhause ist. „Es wird nach wie vor ein Mittagessen und die Lernstunden geben, aber nur bis 15 Uhr“, stellt Guckler klar. Für die gegenstandsbezogene Lernzeit werden (fachbezogene) Pädagogen anwesend sein.

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NMS-Direktorin Silvia Guckler freut sich über das gratis Angebot.

Da bei der neuen Form die individuelle Freizeitphase wegfällt, wird ab Herbst die vor zwei Jahren bestellte Freizeitpädagogin nicht mehr benötigt.

„Positiv für die Eltern ist, dass ihre Kinder eine warme Mahlzeit bekommen, mit ihnen Hausaufgaben gemacht werden und gelernt wird und das alles gratis – bis auf den Unkostenbeitrag für das Essen“, freut sich die Direktorin. Eine, die von den Neuerungen betroffen ist, kann sich nicht über diese gratis Aktion freuen. „Für mich ist diese willkürliche Änderung nicht rechtens. Es gehören Mittagessen, Lernstunde und Freizeitbetreuung immer zusammen“, bemängelt sie.

Die Betroffene befürchtet, dass, wenn mehr Schulen ihre Nachmittagsbetreuung auf diese Weise konzipieren, der Beruf der Freizeitpädagogin unnötig wird. Dagegen wird sie vorgehen. „Mir geht es nur um die Kinder – die hängen jetzt aber in der Luft“, meint sie.