Pferde im Internet angeboten. Falschmeldung um die Wildpferde in Loosdorf kursierte im Web. SP-Ortschef Vasku dementiert Posting.

Von Tanja Horaczek-Gasnarek. Erstellt am 29. Januar 2019 (04:18)
Horaczek-Gasnarek
Waren überrascht von dem Facebook-Posting: SP-Bürgermeister Thomas Vasku (r.) sowie Vize Herbert Haunlieb.

„Liebe Leute, bitte helft der Gemeinde und gebt den Konik-Pferden ein neues Zuhause, denn das Weideprojekt muss wegen diverser Probleme aufgelassen werden.“ Dieses Facebook-Posting einer unbekannten Dame sorgte für Aufregung in dem sozialen Netzwerk und für erstaunte Gesichter bei den Gemeindevertretern. Sogar eine konkrete Kaufsumme für zwei Stuten war angegeben.

Die zahmen Wildpferde sind ein Publikumsmagnet im Naturschutzgebiet. Daher war es nicht verwunderlich, dass sich die Meldung innerhalb kürzester Zeit schnell verbreitete: Ganze 300 Mal wurde diese auf Facebook geteilt. Das Telefon bei Vizebürgermeister und Pferdeflüsterer Herbert Haunlieb, dessen Nummer im Aufruf veröffentlicht wurde, lief ebenfalls heiß.

„So ein Blödsinn“, reagierte SP-Bürgermeister Thomas Vasku im ersten Moment. „Unsere Pferde gehören zu dem vom Land geförderten Naturschutzprojekt, die können wir nicht einfach verkaufen,“ stellte er klar.

„Die Konik-Pferde sind unser Aushängeschild. So ein Projekt ist bezirksweit nicht zu finden. Wir dürfen sie nicht verkaufen.“ 
Thomas Vasku, Bürgermeister

Zwar würden ein paar Pferde an Hufrehe (Anmerkung: Entzündung der Huflederhaut) leiden, diese befänden sich aber bereits in Behandlung. Warum die Tiere krank wurden, wird momentan noch erhoben.

Auch Haunlieb war über die Falschmeldung in den sozialen Netzwerken verwundert: „Die eine kranke Stute sollte vielleicht von der Herde getrennt werden, aber das muss noch abgeklärt werden.“ Außerdem gibt er zu bedenken, dass fast niemand ein krankes Pferd kaufen würde.

Mittlerweile wurde das Posting der nicht ortsansässigen Facebook-Userin, die über das Problem angeblich nur über Dritte erfahren hatte, gelöscht. „Unsere Pferde sind unser Aushängeschild, wir waren die Ersten mit so einem Projekt im Bezirk“, erläutert Vasku.

2007 wurde das Naturschutzgebiet Pielach-Ofenloch-Neubacher Au ins Leben gerufen. Seit 2015 grasen die derzeit ausschließlich weiblichen Konik-Wildpferde außerdem mit einer Rinderherde. Eine große Bitte haben Haunlieb und Vasku: Die Pferde nur streicheln, nicht füttern. „Die Vierbeiner sollten im Winter Gewicht verlieren und nicht noch mehr zunehmen“, meint Vasku.