„Saufgelage“ statt Schrebergarten-Idylle?. Schrebergarten-Besitzerin fühlt sich von ihren Nachbarn schikaniert. Ortschef und andere Pächter widersprechen.

Von Anna Faltner und Michael Unger. Erstellt am 10. Juli 2018 (03:42)
Eine Pächterin der Schrebergartenanlage an der Westbahn beklagt sich bitterlich über Nachbarn und Bürgermeister.
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„Die sollen uns Alten in Ruhe lassen. Wir haben keine anderen Freizeitmöglichkeiten außer unsere Schrebergärten“, ist eine Loosdorferin verzweifelt. Seit 50 Jahren ist sie Besitzerin eines Kleingartens an der Westbahn. Der NÖN-Artikel in der Vorwoche über den Nachbarschafts-Konflikt ließ sie aufhorchen. „Eine Gruppe junger Leute schikaniert uns nur noch. Sie betreiben ihre Schrebergärten als Heuriger, saufen, feiern und urinieren überall hin“, ärgert sich die 80-Jährige.

Noch viel schlimmer ist für sie allerdings die Reaktion von SP-Ortschef Thomas Vasku. „Seitdem wir diesen jungen ‚Buam‘ als Bürgermeister haben, ist es noch schlimmer. Dem ist die ältere Generation egal.“ Denn erst über die NÖN erfuhr sie, was Vasku von dem Konflikt hält. Dennoch fordert sie seine Unterstützung: „Das kann so nicht weitergehen. Wenn wir nicht mehr in unseren Schrebergärten bleiben können, dann muss uns die Gemeinde etwas Anderes anbieten.“

„Eine Gruppe junger Leute schikaniert uns nur noch. Sie führen ihre Gärten als Heuriger, saufen, feiern und urinieren überall hin.“Schrebergarten-Besitzerin

Von der NÖN mit den Vorwürfen konfrontiert, lud Vasku vergangenen Freitag spontan zu einem Rundgang in der Kleingartenanlage. „Im Großen und Ganzen funktioniert das Zusammenleben hier gut“, versichert der Bürgermeister. Kleinere Reibereien seien beim Zusammenleben auf so engem Raum unvermeidbar, die Behauptungen aber wären maßlos übertrieben.

SP-Bürgermeister Thomas Vasku beim Rundgang in den Anlage mit den Pächtern Manfred Prankl und Johann Schuster (v. l.).
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Das bestätigen auch die Kleingärtner, die die NÖN beim Besuch trifft. „Wir verstehen uns hier alle gut“, sagt eine langjährige Pächterin. Einzige Ausnahme sei jene Frau, die sich beschwert hat. „Die Einzige, die schimpft, ist sie. Es tut ihr kein Mensch was“, so die Nachbarin.

Zwei weitere Pächter stimmten dem zu. Zwar stören sich auch sie an den zu hohen Sichtschutz-Zäunen auf drei Parzellen, diese müssen nun aber ohnehin wieder abgebaut werden. Von „Saufgelagen“ oder Ähnlichem haben sie nichts mitbekommen. „Natürlich lädt man mal Freunde ein. Das bleibt aber gesittet“, heißt es.