Das sind die neuen Gesichter in Pöchlarn. Die NÖN bat die fünf neuen Mandatare Pöchlarns, sich vorzustellen.

Von Denise Schweiger. Erstellt am 24. März 2020 (04:45)
Renate Neuwirth, Matthias Komarek, Matthias Vollgruber, David Dorner, Doris Hochenauer
zVg

Frau Neuwirth, Sie sind neu im Gemeinderat – und hatten bei der konstituierenden Sitzung gleich den Altersvorsitz inne. Ganz salopp: Warum tun Sie sich denn mit 71 Jahren die Politik noch an?

Renate Neuwirth: Meine Idee ist es, auch älteren Leuten zu zeigen, dass man immer etwas Neues beginnen kann.

Der Jugend wird Politikverdrossenheit nachgesagt. Herr Dorner, Sie sind mit 23 das jüngste Gesicht der neuen Gemeinderäte.

David Dorner: Meine Motivation ist es, mich für die Pöchlarner einzusetzen und als Sprachrohr für die Bevölkerung zu dienen.

Und Sie, Frau Hochenauer? Sie sind nur ein Jahr älter als Herr Dorner.

Doris Hochenauer: Ich sehe sehr viel Engagement in meiner, sowie bei jüngeren Generationen. Die Jugend kämpft für eine grüne Zukunft. Man muss nicht sofort die ganze Welt verändern, sondern klein anfangen.

„Meine Idee ist es, auch älteren Leuten zu zeigen, dass man immer etwas Neues beginnen kann. Ganz egal, wie alt man ist.“Renate Neuwirth, ÖVP

Herr Komarek, woher nehmen Sie Ihre Motivation? War Ihr Engagement im aktuellen Stadterneuerungsprozess ein Anstoß dazu?

Matthias Komarek: Das war eigentlich nicht ausschlaggebend. Aber man könnte es durchaus als „Gemeinderatsarbeit light“ einstufen (lacht). Ich will selbstaktiv mitgestalten. Jeder weiß immer, was nicht geht. Kritisieren ist einfach.

Herr Vollgruber, Ihr Vater, Josef Vollgruber, war bis zu dieser Legislaturperiode in der Gemeindepolitik tätig. Hatte dies Einfluss auf Ihre Entscheidung, für den Gemeinderat zu kandidieren?

Matthias Vollgruber: Direkten Einfluss nicht, aber das Interesse an der Politik wurde dadurch sicherlich geweckt. Da ich in Pöchlarn tief verwurzelt bin und die Gemeindepolitik genau verfolge, war es für mich naheliegend, mich einzubringen.

Haben Sie alle denn schon länger mit dem Gedanken gespielt, politisch aktiv zu werden?

Neuwirth: Mein Interesse dafür bestand schon immer. Ich war 16 Jahre im Gemeindeamt in der Buchhaltung tätig. Leider war meine Zeit immer knapp. Nun ist die Zeit gekommen.

Dorner: Der Gedanke lebte in mir schon länger. Ich freue mich, diesen nun in die Tat umzusetzen zu können.

Komarek: Ich dachte schon öfters darüber nach, jedoch hat es für mich persönlich bisher nicht gepasst. Wenn ich etwas mache, dann „g’scheit“ und das benötigt auch entsprechend Zeit – diese hoffe ich, nun aufbringen zu können.

Hochenauer: Aktiv werden ist der Punkt, wo man zum Jammern aufhört und schaut, wo man etwas tun kann. Der Punkt war bei mir schon lange da.

Was möchten Sie in den nächsten fünf Jahren in Pöchlarn umsetzen? Wo gibt es für Sie konkretes Verbesserungspotenzial?

Vollgruber: Pöchlarn ist eine großartige Stadt. Durch weitere innovative Projekte soll sie noch lebenswerter werden. Konkret denke ich an den Ausbau des Radwegnetzes.

Neuwirth: Ich will mich dafür einsetzen, dass es den Senioren weiterhin gut geht und sie gerne in Pöchlarn wohnen.

Dorner: Mein Ziel ist es, mehr Bürgernähe und Transparenz in die Gemeinde einzubringen und diese mit neuen Ideen tatkräftig zu unterstützen.

Hochenauer: Aufgrund der absoluten Mehrheit der ÖVP ist die nächsten fünf Jahre Oppositionsarbeit angesagt. Ich bin auf die nicht-öffentlichen Teile der Gemeinderatssitzungen gespannt. Ich hoffe, wir können einiges in den öffentlichen Teil holen, das muss drinnen sein.

Komarek: Wir leben in einer tollen Gemeinde, Optimierungspotenzial gibt es natürlich immer. Der Klimaschutz ist die größte Herausforderung unserer Zeit. „Wir haben die Erde nicht von unseren Eltern geerbt, sondern von unseren Kindern geliehen“ – wenn wir diese indianische Weisheit beherzigen, ist schon viel gewonnen.