Pöggstalls Bevölkerung kämpft um Freibad-Rettung. Unmut in der Bevölkerung über die Schließung des Freizeitareals wächst. Unterschriftenliste für Erhalt gestartet. VP-Ortschefin will erste Umbaupläne im Herbst zeigen.

Von Friedrich Reiner. Erstellt am 24. Juni 2020 (05:58)
Der jetzige Standort des ,,Mandlgupfbades“ soll laut Aussagen von VP-Ortschefin Straßhofer in der jüngsten Gemeinderatssitzung erhalten bleiben.
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Investitionskosten von rund 70.000 Euro ließen die Marktgemeinde Pöggstall und VP-Bürgermeisterin Margit Straßhofer von einer Öffnung des Mandlgupfbades in dieser Saison abrücken.

Anfang Juni versprach sie gegenüber der NÖN, dass „fieberhaft an einer Lösung“ für die kommende Saison gearbeitet wird: „Es wird auch in Zukunft eine Bademöglichkeit in Pöggstall geben – egal, wie diese aussehen wird.“ Die Notwendigkeit der Schließung betont Straßhofer nochmals im Gespräch mit der NÖN: „Diese musste sein, wir haben hier einfach die Handbremse gezogen.“

,,Pöggstall ohne Bad ist ein Kaff“

Die Reaktionen aus der Bevölkerung über die Schließung des beliebten Bades fielen dabei teils heftig aus.

Besorgte Pöggstaller, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen wollen, haben eine Unterschriftenaktion zur Rettung des Bades gestartet. „Ziel ist es“, erklärt eine Aktivistin, „in dieser Zeit Unterschriften zu sammeln und ein Gespräch mit Bürgermeisterin Straßhofer zu suchen. Unser Bad soll nach den nötigen Arbeiten 2021 wieder aufgesperrt werden.“ Sie betont auch den touristischen Verlust des Bades: ,,Pöggstall ohne Bad ist ein Kaff.“

Befeuert wurde die Maßnahme der Bürger durch Gerüchte, dass es in Pöggstall künftig kein Bad mehr geben soll. „So ein Blödsinn“, kontert Straßhofer, „davon war nie die Rede.“ Kritik am Vorgehen der Gemeinde gibt es dennoch weiterhin aus der Bevölkerung.

„Warum wurden erst jetzt die Bürger über die Schließung informiert, wo es sich doch schon einige Jahre abzeichnet, dass hier manches kaputt ist“, äußert sich ein besorgter Pöggstaller. Und ein anderer Ortsbewohner bedauert: „Jetzt brennt der Hut, keiner weiß, wie es weitergeht.“ Auch im Hinblick auf den Status als „Gesunde Gemeinde“ findet ein Badegast die Schließung „mehr als traurig“.

Vergangene Woche verkündete Straßhofer dann, dass unter Einbeziehung von Juristen, Bäderexperten und -planern am Projekt Freibad gearbeitet wird. Mit ersten Grobplanungsergebnissen rechnet Straßhofer im Späterherbst. In der Zwischenzeit hat sich Straßhofer auch mit den Aktivisten der Unterschriftenliste zusammengesetzt. Das Gespräch fand bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe statt.

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