Die Krumpe verewigt. Von der Blütezeit bis zur Einstellung der Strecke bewegt die Krumpe die Menschen in der Region. Ihrer Geschichte widmet sich das 470 Seiten starke „Krumpenbuch“.

Von Michael Bouda. Erstellt am 31. Mai 2020 (04:34)
Die stolze, wenn auch verkleinerte, Präsentation des „Krumpenbuchs“: Karl Krach, Johann Zöchling, Wolfgang Kowald, Reinhard Sieber, Anton Hikade, Leopold Eigenthaler und Martin Leonhardsberger (v. l.).
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470 Seiten rein über die Krumpe. Keine zwei Wochen, und die erste Auflage mit über 300 Stück war ausverkauft. „Dafür, dass vor Kurzem noch viele gesagt haben, wer das lesen soll, läuft es ganz gut“, schmunzelt Leopold Eigenthaler, der maßgeblich an der Erstellung des „Krumpenbuchs“ beteiligt war.

Etwas über ein Jahr arbeitete das engagierte Team um Eigenthaler daran: Karl Krach, Johann Zöchling, Reinhard Sieber, Eigenthalers Sohn Erwin Eigenthaler sowie Wolfgang Kowald als Koordinator. Franz und Roswitha Maierhofer übernahmen das Layout. „Das war aber nur die intensive Zeit“, erzählt Eigenthaler. Die Vorarbeiten erstrecken sich zurück bis in die 1980er, in denen Eigenthaler, damals Lehrer, als Hilfsschaffner auf der Bahnstrecke unterwegs war und auch viele Sonderzüge mitorganisierte. „Da hat sich einfach so viel Wissen aufgestaut, dass ich das in Buchform bringen wollte.“

Auch politischer Kampf ausführlich behandelt

Dafür, dass das Werk nun so umfangreich geworden ist, gab der frühere Manker SP-Stadtrat Anton Hikade den Ausschlag. Denn das Buch behandelt nicht nur die Geschichte der Krumpe, illustriert mit rund 500 Fotos, und deren wirtschaftliche Bedeutung, sondern auch den politischen Kampf um den Erhalt der Strecke, der schließlich zugunsten des Radwegs ausgegangen ist. Umso kurioser ist es für Eigenthaler, dass der Radweg, der das Ende der Bahnstrecke bedeutete, deren Namen erhalten hat: „‚Krumpe‘ war eigentlich ein interner Name unter Eisenbahnern für die Strecke ab Ober-Grafendorf, weil dort die Strecke eine Kurve, eine ‚Krumpe‘ macht.“ Erst Eigenthaler und Co. haben den Namen ab den 1980ern bekannt gemacht.

Unterm Strich steht ein Werk, das die Krumpe in all ihren Facetten behandelt und für die Nachwelt festhält. Darüber freut sich auch Hikade: „Somit können auch zukünftige Generationen die Fahrt von Ober-Grafendorf nach Gresten miterleben.“ Auch die Stadtgemeinde Mank hat das Engagement gewürdigt und das Buch im Rahmen der Beiträge zur Stadtkunde herausgegeben. „Mir war wichtig, das umfassende Wissen zur Krumpe zu bündeln“, sagt VP-Stadtchef Martin Leonhardsberger.

Die feierliche Präsentation fiel der Coronakrise zum Opfer. Dem Erfolg tut dies keinen Abbruch: Die zweite Auflage, noch einmal 120 Stück, ist bereits zu einem Gutteil vorreserviert.