Firma "Grenl" zeigt Herz. Manker Firma spendet sozialer Einrichtung Esperanza Tiny House. Dort kommt es Jugendlichen zugute.

Von Michael Bouda. Erstellt am 31. Oktober 2020 (05:26)
Mario Neuwirth, Martina Kotzina, Helge Waldherr, Christian Grenl und Andreas Prankl (von links) vor dem neuen Tiny House. Es biete Schlaffläche, Sitzecke, Küche, Dusche und Toilette. Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach sorgt für die Produktion des elektrischen Stroms, mit dem auch das Wasser erwärmt und die Infrarotheizung betrieben wird. Außen sorgt Lärchenholz für Langlebigkeit, innen wurde Fichtenholz verarbeitet.
Michael Bouda

Selbständigkeit, Problembewältigung und über den Tellerrand hinauszublicken: Das vermittelt Esperanza – Zentrum für tierunterstützte Pädagogik – in Oberndorf Kindern und Jugendlichen, die nicht bei ihren Familien aufwachsen können. Und wie könnten Jugendliche besser lernen, auf eigenen Füßen zu stehen, als in eigenen vier Wänden, die sich noch dazu direkt auf dem Esperanza-Gelände befinden? Diese Möglichkeit bietet nun das Tiny House, das das Manker Holzbauunternehmen Grenl gebaut und gespendet hat.

Vom Bau des Stalls kannten sich Esperanza-Leiterin Martina Kotzina und Geschäftsführer Christian Grenl. In der Weihnachtszeit 2019 kam man wieder ins Gespräch: Könnte man ein Tiny House bauen? Nach mehreren Planungstreffen realisierte Grenls Firma von April bis September das energieautarke und mobile Zuhause, in das bei Esperanza bald Jugendliche einziehen werden. Auf 30 Quadratmetern bietet es alles, was man zum Wohnen braucht.

Tiny-House-Projekt als „Win-win-Situation“

Sowohl für die soziale Einrichtung als auch für das Unternehmen ist es eine Win-win-Situation: „Wir können das Tiny House verwenden, Christian kann es als Schauobjekt benutzen und wir bewerben ihn“, erklärt Kotzina. Grenl konnte wichtige Erfahrungen sammeln: „Wir bauen eigentlich fixe Gebäude – das war Neuland.“ Bei der Ausführung trafen sich die Einstellungen der beiden: Mit nachwachsenden Rohstoffen aus der Region und der autarken Bauweise lag der Fokus auf ökologischen wie sozialen Aspekten.

Derzeit leben neun Jugendliche auf dem Vierkanter. In Zukunft sollen über das fünf Hektar große Gelände verteilt acht Tiny Houses stehen. Unter anderem für diese ist Esperanza auf Spenden angewiesen. Kotzina: „Es sind alle Menschen eingeladen, die sich dafür interessieren, uns zu unterstützen.“