Mank

Erstellt am 31. Oktober 2018, 05:00

von Michael Bouda

"Fictionplay" im Interview: „Das war wie ein Heimspiel“. The Fictionplay haben ihr viertes Album veröffentlicht. Drummer Daniel Neuhauser gibt einen Einblick.

Die Manker Band The Fictionplay. Markus Lechner, Pablo Jäger, Dominik Essletzbichler und Daniel Neuhauser (v. l.).  |  privat/Maximilian Salzer

NÖN: Sie haben mit Ihrer Band The Fictionplay nach fünf Jahren nun Ihr viertes Album veröffentlicht. Wie lange hat die Arbeit am Album Tohu Bohu konkret gedauert?

Daniel Neuhauser: Nach dem letzten Album (as shapes perform, Anm.) sind wir damit etwa zwei Jahre aufgetreten, da sind natürlich schon die ersten Lieder entstanden. Konkret haben wir dann zwei Jahre am neuen Album gearbeitet. Neu war dabei, dass wir zum ersten Mal mit einem Produzenten zusammengearbeitet haben.

Wieso haben Sie diesen Schritt gemacht?

Neuhauser: David Furrer ist selbst Musiker, so haben wir uns auch kennengelernt. Er hat uns angeboten, als Produzent für ein neues Album zu fungieren, und wir haben gesagt: „Probieren wir das einfach einmal aus.“ Es war dann total spannend, weil wir mit David einen Außenstehenden haben, der an den Liedern herumfeilt. Dementsprechend war es aber auch ein ziemlich langer Prozess.

Wie hat die Arbeit am Album dann genau ausgesehen?

Neuhauser: Wir haben uns über ein dreiviertel Jahr immer wieder im Proberaum in Mank getroffen. Wir haben an bestehenden Songs gefeilt, aber es sind auch ganz neue Lieder entstanden, bei denen es zum Beispiel nur ein Gitarrenriff gab. Das war beispielsweise beim Song Teenage Mutant Hero Stargirl der Fall.

Am Albumcover ist eine Wüstenlandschaft zu sehen, ebenso im Musikvideo zu Shake Shake. Wo waren Sie für den Dreh?

Neuhauser: Da war ein Teil der Band in Polen an der Ostsee. Da gibt es diese Wüstenlandschaften und das Meer. Martina Trepczyk, die das Video verwirklicht hat, ist in Polen verwurzelt.

„Ein Grundsatz ist, dass wir uns immer genug Freiheit lassen, um uns auch weiterzuentwickeln.“Daniel Neuhauser, Schlagzeuger, The Fictionplay

Worin unterscheidet sich Tohu Bohu von den bisherigen Alben?

Neuhauser: Es ist konkreter, direkter. Natürlich ist es noch verspielt, aber früher waren wir doch progressiver. Es hat zum Beispiel poppige, ruhige und auch Blues-Elemente. Ein Grundsatz von uns ist, dass wir uns immer genug Freiheit lassen, um uns weiterzuentwickeln. Wir wollen uns nicht „schubladisieren“.

Tohu Bohu, der Titel Ihres neuen Albums, bedeutet so viel wie Wüste, Leere oder Chaos. Wie ist das gemeint?

Neuhauser: Im Wesentlichen versuchen wir, das Chaos, wie es dieses in der Gesellschaft, in der Politik, aber auch einfach bei uns im Proberaum gibt, zu ordnen, auf den Punkt zu bringen. In den Texten, die vor allem unser Sänger und Mastermind Dominik (Essletzbichler, Anm.) schreibt, geht es dann um dieses Chaos – von Verlust über Liebe bis hin zu Gesellschaftskritik.

Die Bandmitglieder sind aus Mank beziehungsweise Kirnberg, ein Teil lebt jetzt in Wien. Wie war es da, beim City Rock in Mank sozusagen in der Heimat zu spielen?

Neuhauser: Das war wie ein Heimspiel. Es war total schön, weil wir mit unseren Konzerten viel herumkommen und es dann sehr spannend war, vor der Familie, Freunden und Bekannten zu spielen – das ist ganz anders, als wenn man irgendwo auftritt, wo einen niemand kennt.

Was soll die Zukunft für The Fictionplay bringen?

Neuhauser: Die beiden Singles unseres neuen Albums (Shake Shake, Citizen Faint, Anm.) sind schon im Radio auf FM4 gelaufen – da versuchen wir, in die Rotation zu kommen. Außerdem wollen wir so viel wie möglich auf Tour gehen. Mit dem Konzert in Mank sind es bis Februar zehn Termine. Im März sind wir eine Woche in Deutschland. Wenn das gut anläuft, dann werden wir eventuell im Herbst gleich zwei bis drei Wochen in Deutschland sein. Wir arbeiten ständig daran, mehr Konzerte zu spielen.