Leonhardsberger: „Greta Thunberg wäre stolz auf uns“. Martin Leonhardsberger (47) ist seit 15 Jahren Manks Bürgermeister. Ein Gespräch über Erreichtes und Ziele in der Stadt.

Von Michael Bouda. Erstellt am 12. Juni 2019 (04:02)
Bouda
VP-Ortschef Martin Leonhardsberger mit seinem bevorzugten Transportmittel zum Rathaus.

Vergangenen Sonntag haben Sie Ihr 15-jähriges Jubiläum als Bürgermeister gefeiert. Wird es nie langweilig?

Martin Leonhardsberger: Überhaupt nicht (lacht). Im Gegenteil. Es ist ja das Wesen einer Gemeinde, dass es extrem viel Abwechslungsreiches gibt und dauernd neue Herausforderungen auf einen zukommen. Die Spannung hört nie auf.

Welche Herausforderungen gibt es zurzeit, was sorgt für Spannung?

Das Hauptthema ist die Ärzte-Nachfolge. Und da können wir vorsichtig optimistisch sein. Aber auch das Manker Betriebsgebiet ist sehr wichtig – davon werde ich auch bei meinen siebenten Sommergesprächen, bei denen ich 20 Abende in der Gemeinde unterwegs sein werde, berichten.

Anhand dieser Sommergespräche sieht man wahrscheinlich auch die Veränderungen in der Stadt. Was unterscheidet das Mank von vor 15 Jahren vom Mank von heute?

Mank hat sich seither zu einer Kleinstadt entwickelt, die auch als regionales Zentrum fungiert. Das betrifft viele Bereiche: vom Wohnen und Arbeitsplatz über Freizeiteinrichtungen und Schulen bis hin zu Einkaufsmöglichkeiten.

„Das Schöne an der Gemeindearbeit ist, die Menschen in ihrem Engagement zu unterstützen.“Martin Leonhardsberger, VP-Bürgermeister, Mank

Gibt es ein Highlight Ihrer Amtszeit?

Ein Highlight war sicher, das Betreute Wohnen zu schaffen. Aber prinzipiell sehe ich die Stadtentwicklung sehr positiv, die mir als gelernter Raumplaner sehr wichtig ist. Wir streben eine Verdichtung im Zentrum an – eine kompakte Siedlungsentwicklung. So bleiben die Wege kurz und mit dem Fahrrad oder öffentlich bewältigbar. Dass wir als e5-Gemeinde zu den besten acht Umweltgemeinden Niederösterreichs gehören, bestätigt das. Greta Thunberg wäre stolz auf uns (lacht).

Gibt es in Mank „Freitagsdemos“?

Die sind kein Thema, aber wenn, dann gerne! Da stell ich mich dazu (lacht).

Würden Sie, wenn es möglich ist, auch weitere 15 Jahre Bürgermeister bleiben?

Die nächsten fünf Jahre auf jeden Fall, zehn sind auch denkbar. Wir haben sehr viele Projekte eingeleitet, die ich gerne umsetzen möchte – vom Betriebsgebiet oder Ausbau des Kindergartens über die Glasfaserversorgung oder die Stadtentwicklung in der Hippolytgasse bis hin zur alten Molkerei, wo es die Chance gibt, ein Zukunftsprojekt zu entwickeln.

Gibt es etwas, das Sie am Bürgermeister-Dasein besonders freut?

Das Schöne an der Gemeindearbeit ist, die Menschen, zum Beispiel in den verschiedenen Vereinen oder Betrieben, in ihrem Engagement zu unterstützen – ob als Ideengeber, Impulsgeber oder Unterstützer.