Druckerei Sandler: Ein Standortwechsel, zwei Meinungen. Alt-Chef Sandler wittert ein falsches Spiel von SP-Ortschef Gruber. Dieser betont, dass Abzug Entscheidung der Firma war.

Von Denise Schweiger. Erstellt am 15. September 2018 (05:00)
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Noch ist die Druckerei Sandler in Marbach. Die Betreiber suchen derzeit einen neuen Standort im Bezirk.

„Ich weiß nicht, wie er das macht, aber ich bewundere das. Er windet sich wie ein Aal aus jedem Schlamassel heraus“, ärgerte sich Alt-Chef Johann Sandler von der Druckerei Sandler vergangene Woche.

Der Grund dafür waren Aussagen von SP-Bürgermeister Anton Gruber in der letztwöchigen NÖN: Laut dem Ortschef bricht die Druckerei ihre Zelte in der Marktgemeinde an der Donau ab, weil es für eine Expansion des Unternehmens nicht genügend Platz gibt. Das bestätigte auch Geschäftsführer Hannes Sandler – denn er will eine völlig energieautarke Druckerei errichten. Für dieses Vorhaben braucht das Unternehmen einen Grund mit der Größe von etwa fünf bis sechs Hektar.

Nur Alt-Chef Johann Sandler sieht das anders. „Zuerst gab er uns die Zusage für die Expansion und dann sammelte er scheinheilig Unterschriften für den Bahn-Erhalt. Obwohl er wusste, dass die Gleise nördlich der Druckerei für die Expansion weg müssten“, wittert Sandler ein falsches Spiel vom Bürgermeister.

"Die Druckerei will ausbauen, aber der Platz ist nicht verfügbar“SP-Ortschef Gruber

Vermutungen, bei denen Gruber nur mit dem Kopf schütteln kann. „Genauso, wie es in der NÖN stand, ist der Sachverhalt richtig. Die Druckerei will ausbauen, aber der Platz ist nicht verfügbar“, argumentiert er. Punkto Zusage zur Erweiterung fügt er hinzu: „Die steht immer noch, allerdings müsste man im Zuge des Auflassungsverfahrens den Grund auf Bauland-Betriebsgebiet umwidmen.“

Das hat der Ortschef auch des Öfteren bei den Druckerei-Unternehmern deponiert: „Ich habe sie informiert, aber es gab keine Rückmeldung. Der Standortwechsel ist ihre Entscheidung.“