Eklat um Fahrrad-Verleih. Kleinregion Donautal informierte über geplantes Projekt mit Fahrrad-Verleih in allen fünf Gemeinden. Ortsansässiger Fahrrad-Händler fühlt sich von Ortschefs hintergangen.

Von Anna Faltner. Erstellt am 21. September 2017 (05:51)
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Symbolbild

Als die NÖN vor Kurzem über das E-Bike-Projekt der Kleinregion Donautal berichtete, fiel Christian Steindl aus allen Wolken. Er betreibt nämlich den „Bikeshop Steindl“ in Marbach. Für den E-Bike-Verleih der Kleinregion wurde allerdings eine auswärtige Firma beauftragt.

Steindl fühlt sich von den fünf Gemeinden der Kleinregion übergangen, da ein neuer Fahrrad-Verleih in der Region durchaus Konkurrenz für den Geschäftsmann bedeute. Heinrich Strondl, VP-Bürgermeister von Maria Taferl, hätte ihm vor rund einem Jahr von dem Projekt erzählt. „Es war ein Gespräch von 30 Sekunden. Mir wurde gesagt, dass da noch eine Ausschreibung kommt. Auf die habe ich bis jetzt gewartet“, ist er verärgert.

Zudem hätte er sich gewünscht, dass der Marbacher SP-Ortschef Anton Gruber ihn persönlich darauf anspricht. „Das Gemeindeamt ist vielleicht 50 Meter von meinem Geschäft entfernt. Aber gesprochen hat er nicht mit mir.“

„Es war ein Gespräch von 30 Sekunden. Mir wurde gesagt, dass da noch eine Ausschreibung kommt. Auf die habe ich gewartet.“

Christian Steindl

Sowohl für Anton Gruber als auch für Heinrich Strondl kommt die Kritik völlig überraschend. „Wir haben ihn beide gefragt. Er hatte uns klipp und klar gesagt, dass es ihn nicht interessiert“, betont Gruber. Die Anforderung der Kleinregion war es, zu Saisonbeginn neue Fahrräder zur Verfügung zu stellen, diese zu servicieren und am Ende der Saison wieder zurückzunehmen. „Er wollte das nicht. Deswegen haben wir ihn auch nicht mehr kontaktiert“, bestätigt Strondl. Dass Christian Steindl erst über die NÖN von dem fast fertigen Projekt erfahren hat, können die beiden Ortschefs auch nicht glauben. „Er hat uns sogar beobachtet, als wir die Fahrräder Probe gefahren sind“, erzählt Strondl.

Für alle fünf Gemeinden der Kleinregion war es von Anfang an wichtig, dass die Qualität und das Angebot stimmen. Nach seinem Aufruf gab Gruber dem Fahrrad-Händler noch eine Chance: „Er hat jetzt noch die Möglichkeit, uns ein Angebot zu machen.“ Benötigt werden etwa vier E-Bikes pro Gemeinde. Für Steindl allerdings ein Ding der Unmöglichkeit: „So etwas braucht Planungszeit. Für mich ist es jetzt zu spät.“ Der Start für das E-Bike-Projekt ist bereits für Frühjahr 2018 geplant.