„Patrioten Feuer“ der FPÖ sorgt für Wirbel. SP-Gruber distanziert sich von Sonnenwende à la FPÖ. FP-Mitmasser versteht die Aufregung nicht.

Von Denise Schweiger. Erstellt am 18. Juni 2019 (08:00)
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SP-Bürgermeister Anton Gruber distanziert sich vom „Patrioten Feuer“ der FPÖ. Manfred Mitmasser, Obmann der FP-Ortsgruppe Südliches Waldviertel.

Diesen Freitag findet eine Sonnenwendfeier in der Marbacher Auratsberger Straße statt, die bereits im Vorfeld für erhitzte Gemüter sorgt: das erste „Patrioten Feuer“ der FPÖ.

Einer, der garantiert nicht der angekündigten „Feuerrede“ von FP-Landesrat Gottfried Waldhäusl lauschen wird, ist SP-Bürgermeister Anton Gruber. Per Facebook-Posting distanzierte sich der Ortschef vom Event. „Sonnenwende soll ein Fest für alle sein. Wir wollen uns diese schöne Tradition nicht durch rechte Politiker wegnehmen lassen“, betont er. Sein Beitrag wurde über 140 Mal kommentiert und knapp 30 Mal geteilt.

„Ich halte viel aus, aber mich indirekt als Nazi zu diffamieren, da hört sich jeder Spaß auf.“Manfred Mitmasser, Ortsgruppen-Obmann (FPÖ)

Für Gruber steht bei einer Sonnwendfeier das gemeinsame Feiern im Mittelpunkt. „Und zwar nicht nur mit Patrioten, sondern mit allen Menschen.“ Prompt richtete er das Wort auch an Waldhäusl persönlich: „Sie sind mit dieser Veranstaltung in Marbach nicht willkommen.“

Dieser wiederum versteht den Aufschrei Grubers nicht. Waldhäusl: „Bei der Sonnenwende wird Patriotismus eine große Rolle spielen. Als echter Patriot gibt es für mich weder links noch rechts. Vielmehr zählt für mich die Arbeit für Land und Leute.“

Spätestens bei der schriftlichen Abfuhr an Waldhäusl riss Manfred Mitmassers Geduldsfaden endgültig. Der Obmann der FP-Ortsgruppe Südliches Waldviertel ist Teil des Organisationsteams. „Als damals Norbert Hofer Marbach mit dem Rad besuchte, war Gruber nicht einmal kurz zur Begrüßung dabei. Ich finde das mittlerweile wirklich beschämend“, argumentiert Mitmasser.

Büro Waldhäusl: "Was ist so schlimm daran, Patriot zu sein?"

Laut dem Freiheitlichen war die FPÖ auf der Suche nach einer geeigneten Location für das erste „Patrioten Feuer“. Marbach kam aufs Tapet – und nach einem kurzen Anruf waren die Einladungen in Arbeit. Den Namen des Events gab das Büro Waldhäusl vor. Mitmasser selbst hat kein Problem mit den gewählten Ausdrücken: „Was ist so schlimm daran, Patriot zu sein?“

Dass er selbst durch Grubers Stellungnahme ins rechte Eck gedrängt wird, stößt ihm aber besonders sauer auf. „Ich halte viel aus, aber mich indirekt als Nazi zu diffamieren, da hört sich jeder Spaß auf.“

Davon will der Bürgermeister Anton Gruber aber nichts wissen: „Mit solchen Formulierungen stellt er sich selbst ins rechte Eck.“