SP-Hochburg gefallen, Ortschef Gruber tritt zurück. Nach einem Verlust von fast 16 Prozent und dem Ende der SP-Absoluten in Marbach nimmt SP-Ortschef Anton Gruber eine knappe Stunde nach dem Verkünden des Ergebnisses den Hut.

Von Markus Glück. Erstellt am 26. Januar 2020 (19:17)
Anton Gruber nimmt den Hut, Renate Hebenstreit führt die Geschäfte weiter.
Denise Schweiger

Die Gemeinderatswahl ließ in Marbach keinen Stein auf dem anderen: Seit 1945 galt die Gemeinde an der Donau als absolute SP-Hochburg. Damit ist jetzt Schluss.

Mit einem Minus von 16 Prozent rasselt die bisherige Bürgermeisterpartei von zwölf auf neun Mandate. Die ÖVP gewann ein Mandat dazu und stellt nun acht Gemeinderäte. Die FPÖ und Unabhängige schaffte auf Anhieb zwei Mandate (siehe Artikel unten) – damit ist die SP-Absolute gebrochen.

Für Anton Gruber, der das Amt des Ortschefs seit 2008 innehatte, ein schwerer Schlag: „Mein persönliches Ziel war, die Mehrheit mit zehn Mandaten zu halten. Das gelang uns leider nicht – daher stelle ich meine Funktion zur Verfügung.“ Gruber verkündete auch, dass dies nun sein politischer Schlussstrich ist: „Nach 30 Jahren war’s das jetzt für mich.“ Den Grund für die SP-Schlappe ortet er im Antreten der FPÖ: „Sie haben über 14 Prozent gemacht.“

Überrascht zeigt sich VP-Fraktionschef Peter Grafeneder im NÖN-Gespräch über das Wahlergebnis. „Ich habe überhaupt nicht damit gerechnet. Wir hätten gedacht, dass die FPÖ uns die Mandate kosten wird, aber anstelle davon haben wir jetzt eines dazu gewonnen.“ In Marbach sehen ihn jetzt schon einige als Bürgermeister in spe. „Jetzt folgen erstmals Gespräche mit SPÖ und FPÖ“, lässt sich Grafeneder nicht in die Karten schauen.

Hier findet ihr alle Ergebnisse der NÖ Gemeinderatswahl 2020 auf einen Klick