Hofbauer: "Wollten mich ins Spital bringen. Ich wollte weiterkochen“

Julian Hofbauer (24)aus dem Bezirk Melk dachte schon, er muss abbrechen. Wie er trotz blutigem Zwischenfall Kochbewerb gewann.

Erstellt am 03. November 2021 | 04:31

„Ich war einen kurzen Moment unachtsam, schon ist es passiert“, sagt Julian Hofbauer. Beim Vorfinale des Kochbewerbs „Der junge Wilde“ des Gastro-Fachmagazins „Rolling Pin“ in Graz rutschte er mit dem Messer ab. Ein Schnitt am linken Mittelfinger. „Ich wurde von der Rettung versorgt, sie wollten mich ins Krankenhaus bringen. Aber ich wollte unbedingt weiterkochen.“

Der blutige Zwischenfall kostete dem 24-Jährigen aus Maria Taferl eine Stunde. Und das, obwohl er und seine Mitstreiter ohnehin nur vier Stunden Zeit hatten, ihr Drei-Gänge-Menü auf die Teller zu bringen. „Ich hab‘s durchgezogen, auch dank des seelischen Beistands meines Kollegen Fabian Schasching. Als das Dessert fertig war, bin ich direkt ins Krankenhaus. Sie mussten den Finger mit acht Haft nähen.“ Hofbauer ging als Sieger der Runde hervor – aber keine Zeit zum Verschnaufen: Am nächsten Tag stand für ihn schon das Finale gegen zwei weitere Nachwuchsköche an.

Dafür musste Hofbauer sein Menü nochmals kochen. Konkret: Seafood-Salat mit Algen und Tofu auf Passionsfruchtvinaigrette als Vorspeise, Roast Beef sous vide mit Donau-Flusskrebsen und Feigen – und als Dessert violetten Kohlrabi mit Schokoladenkuchen, Mumbai-Curry und Kokos.

„Für mich ist das der geilste Beruf“

Hofbauers Kreationen mundeten der Jury – so sehr, dass sie den 24-Jährigen zum „jungen Wilden“ 2021 kürten. „Ich freu‘ mich echt wahnsinnig. Ich bedanke mich vor allem bei meinem Betrieb Landhaus Bacher in Mautern, meinem Chef Thomas Dorfer sowie meinem ehemaligen Küchenchef Wolfgang Bauer vom Hotel Schachner – ich hab’ ihnen so viel zu verdanken und schlussendlich deshalb auch gewonnen“, strahlt der Nachwuchskoch, der seine Lehre im Betrieb am Taferlberg absolvierte.

Als „junger Wilder“ wird Hofbauer nun bald das Cover des „Rolling Pin“-Magazins zieren – und darf sich einen hochkarätigen Gastrobetrieb aussuchen, in dem er einen Monat lang Erfahrungen sammeln kann. Wohin‘s geht? „Weiß ich noch nicht – aber sicher in den Süden, da fühl‘ ich mich wohl“, schmunzelt Hofbauer, der nach seiner Lehre in Tirol und Portugal gearbeitet hat. „Ich wollte immer schon Koch werden. Für mich ist das trotz Stresssituationen der geilste Beruf!“