Arzt-Versorgung für Region Pöchlarn steht auf der Kippe. Stadtgemeinde feilt an einem Langzeitplan gegen den drohenden Ärztemangel. FP-Albrecht fordert schnelleres Handeln.

Von Denise Schweiger. Erstellt am 11. Februar 2020 (06:08)
Pöchlarns VP-Stadtchef Franz Heisler (li.) betont das Engagement vonseiten der Gemeinde. Für Gerald Albrecht (FP) ist es in der Causa bereits „eine Minute vor zwölf“. Fotos: Archiv
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Seit Juli 2019 ist Feuer am Dach. Da bei zwei Allgemeinmedizinern Pöchlarns die Pension ansteht, droht die Stadt bald alle Hausärzte zu verlieren.

VP-Stadtchef Franz Heisler betont das Engagement vonseiten der Gemeinde.
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Im Sommer rief VP-Stadtchef Franz Heisler ein Gremium aller Fraktionen ins Leben, um sich dem Thema verstärkt zu widmen. Zudem stellte man – nicht unumstritten – eine Finanzspritze in der Höhe von 150.000 Euro als „budgetäre Signalwirkung“ bereit.

Seither hat sich die Lage unverhofft zugespitzt. Erst kündigte Ärztin Gabriela Hammerschmid an, ihren Pensionsantritt zu verschieben, um zumindest zeitreduziert noch Patienten zu betreuen. Ob dieser Plan aufgeht, steht aber jetzt auf der Kippe.

„Ganz so einfach ist das nicht, das klappt versicherungstechnisch nicht. Zudem wäre es ohnehin nur eine Zwischenlösung. Mich ärgert, dass die Sache eingeschlafen ist. Es ist mittlerweile eine Minute vor zwöf!“, macht FP-Ortsparteichef Gerald Albrecht seinem Ärger Luft. Laut dem Freiheitlichen habe auch das Gremium seit der Gründung noch nie getagt.

VP-Stadtchef: „Sind bereits in Gesprächen“

Albrecht fordert schnelleres Handeln um den drohenden Ärzte-Engpass. „Ohne ‚Zuckerl‘ für Ärzte wird eine langfristige Lösung nicht möglich sein, das ist mir klar. Eine Hausapotheke lässt sich in Pöchlarn eben nicht umsetzen. Wozu haben wir denn die 150.000 Euro im Vorjahr beschlossen?“, fragt sich der FP-Stadtrat.

Für Gerald Albrecht (FP) ist es in der Causa bereits „eine Minute vor zwölf“.
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Für VP-Bürgermeister Franz Heisler habe die Causa Ärzte-Engpass oberste Priorität. Momentan könne man aber noch nicht genau sagen, wie sich die Situation um Hammerschmids Pensionsverschiebung entwickelt. „Wir sind bereits in Gesprächen, warten aber noch auf Informationen.“

Dass Stillstand vonseiten der Gemeinde im Kampf um die ärztliche Versorgung herrscht, will Heisler so nicht stehen lassen. „Es gab im Stadtrat einige Beschlüsse zu dem Thema“, erläutert der Bürgermeister.